NewsMedizinTücken bei Diagnostik von Zika- und Chikungunyaviren
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Tücken bei Diagnostik von Zika- und Chikungunyaviren

Montag, 21. Januar 2019

/Kzenon, stockadobecom

Berlin – Die besonderen Probleme bei der Diagnostik von Zika- und Chikungunyaviren haben Wissenschaftler vom Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) an der Charité – Universitätsmedizin Berlin beschrieben. Zugleich entwickelten sie kombinierte Testverfahren mit höherer Verlässlichkeit. Ihre Arbeit ist in der Fachzeitschrift Emerging Infectious Diseases erschienen (2019; doi: 10.3201/eid2502.180166).

Das Zikavirus wird in der Regel von Mücken übertragen, aber auch die sexuelle Weitergabe ist möglich. Symptome einer Zikavirus-Infektion sind Hautausschlag, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen, Bindehautentzündung und mitunter Fieber. Im Vergleich zu anderen tropischen, von Mücken übertragenen Erkrankungen werden diese aber als milder ausgeprägt beschrieben. Bei Kindern im Mutterleib kann das Virus Hirnfehlbildungen verursachen. Das Chikungunyavirus wird ebenfalls durch Mücken übertragen. Es verursacht zum Teil sehr lang anhaltende Gelenkschmerzen und Fieber.

Insbesondere die mit dem Zikavirus in Verbindung stehende Fehlbildung von Neugeborenen erfordert eine verlässliche Diagnostik. „Falsche Testergebnisse können fatale Folgen haben“, erklärte Felix Drexler vom DZIF und der Charité.

Der frühe Nachweis einer akuten Infektion erfolgt über eine Bestimmung des viralen Erbguts in Blut und Urin. Doch dieses Verfahren ist nur etwa eine Woche nach Auftreten der ersten Symptome anwendbar. Anschließend lässt sich eine Infektion laut den Forschern nur über die Antikörper nachweisen, die der Betroffene gegen das Virus bildet.

An der Studie nahmen Patienten mit einer bestätigten akuten Zikavirus- oder Chikungunyavirus-Infektion teil. Die Wissenschaftler nahmen Folgeproben bis zu 90 Tage nach der Infektion und kombinierten verschiedene Testverfahren für den Antikörpernachweis. 

Bei den Immuntests zum Antikörpernachweis waren die Mängel eklatant: „Wir konnten sehen, dass die Empfindlichkeit eines oft benutzten Tests zum Immunnachweis von Antikörpern, die für eine akute Zikainfektion sprechen, nur etwa 30 % beträgt“, berichtet Drexler. Diese Empfindlichkeit konnten die Wissenschaftler aber steigern, indem sie als Marker Immunglobulin A (IgA) statt dem normalerweise verwendeten Immunglobulin M (IgM) einsetzten. Für Chikungunya waren die Ergebnisse eindeutig und die Betroffenen konnten sich auf die Diagnose verlassen.

„Wir sehen ganz klar, dass man für genaue Test-Ergebnisse bei Zikaviren mehrere Testverfahren kombinieren muss, insbesondere in tropischen Regionen, in denen sich Menschen mit vielen miteinander verwandten Viren infizieren“, so der Wissenschaftler. Für die Entwicklung sicherer diagnostischer Strategien seien aber weitere Studien mit mehr Patienten nötig, so die DZIF-Experten. © hil/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

30. Juni 2020
Berlin – In der Pandemie verschiebt sich die Behandlung und Bekämpfung vieler Erkrankungen, gerade in den ärmsten Ländern der Welt. Dort wurde den „vernachlässigten Tropenkrankheiten“ (Neglected
Tropenkrankheiten werden wieder vernachlässigt
18. Juni 2020
Berlin – Das Robert-Koch-Institut (RKI) rechnet mit einer weiteren Ausbreitung des durch Mücken übertragenen West-Nil-Virus in Deutschland. Das Virus sei offenbar in der Lage, in Deutschland zu
RKI rechnet mit weiterer Ausbreitung des West-Nil-Virus in Deutschland
10. Juni 2020
Nijmegen − 2 neue Malaria-Impfstoffe, die aus lebenden, aber genetisch abgeschwächten Parasiten bestehen, haben sich in 2 Phase-1-Studien in Science Translational Medicine (2020; 12: eaaz5629
Impfstoffe aus genetisch abgeschwächten Parasiten sollen vor der Malaria schützen
4. Juni 2020
Berlin/Luxemburg/Brüssel – Die erste Finanzierungsrunde für den EU-Malaria-Fonds ist abgeschlossen. Er soll realisierbare und preiswerte, innovative Lösungen zur Prävention und Behandlung von Malaria
Malariafonds der EU kann starten
20. Mai 2020
Hamburg – Die Joachim-Herz-Stiftung fördert ein neues Graduiertenkolleg am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM). Die Wissenschaftler wollen sich dabei auf der Interaktion tropischer
Neues Graduiertenkolleg zur Erreger-Wirt-Kommunikation bei Tropenerkrankungen
23. April 2020
Genf − In Afrika könnten in diesem Jahr doppelt so viele Menschen an Malaria sterben wie in anderen Jahren, wenn der Kampf gegen die Infektionskrankheit durch die Coronapandemie behindert wird.
Zahl der Malariatoten in Afrika könnte steigen
15. April 2020
Goma − Im Kongo ist ein weiterer Ebolafall aufgetreten. Das siebenjährige Mädchen aus der Stadt Beni ist innerhalb kurzer Zeit der dritte infizierte Mensch, der von den Behörden des
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER