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Politik

Neue Arzneimittel führen zu steigenden Ausgaben

Montag, 21. Januar 2019

/nmann77, stock.adobe.com

Berlin – Die Arzneimittelausgaben der Krankenkassen sind 2017 um 1,43 Milliarden Euro auf 44,82 Milliarden Euro angestiegen. Das geht aus dem aktuellen Arzneimittel-Atlas 2018 hervor, den das IGES-Institut im Auftrag des Verbandes forschender Arzneimittelhersteller (vfa) erstellt hat.

Grund für den Anstieg sind in erster Linie die Ausgaben für neue Arzneimittel, insbesondere für neue Immunsuppressiva und für neue antineoplastische Arzneimittel. Dem Atlas zufolge stieg der Umsatz von Immunsuppressiva von 2016 auf 2017 um 13,9 Prozent auf 5,25 Milliarden Euro. Der Umsatz von antineoplastischen Arzneimitteln stieg um 7,3 Prozent auf 4,86 Milliarden Euro.

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Zurückgegangen ist hingegen auch 2017 der Verbrauch der Präparate zur Behandlung der chronischen Hepatitis C. Der Umsatz antiviraler Mittel zur systemischen Anwendung, zu denen diese Arzneimittel zählen, sank von 2016 auf 2017 um 13,9 Prozent auf 1,65 Milliarden Euro.

Die Autoren des Arzneimittel-Atlas prognostizieren, dass die Ausgaben in den kommenden Jahren weiter ansteigen werden. „Da aktuell und in der nahen Zukunft die Innovationstätigkeit besonders hoch ist und voraussichtlich auch bleiben wird, ist weiterhin von wachsenden Umsätzen und damit Ausgaben auszugehen“, schreiben sie.

Die Zahlen des Atlas fußen auf den „Arzneimittelausgaben der Krankenkassen für die in Apotheken abgegeben Fertigarzneimittel und Zubereitungen auf Basis der Erstattungs­preise“, die von dem Marktforschungsinstitut Insight Health zur Verfügung gestellt wurden.

Marktdurchdringung von Arzneimitteln mit Zusatznutzen steigt

Die Autoren des Arzneimittel-Atlas haben auch die Marktdurchdringung neuer Arzneimittel untersucht, die eine frühe Nutzenbewertung gemäß Arzneimittelmarkt­neuordnungsgesetz (AMNOG) erhalten haben. Demnach stieg der Umsatz beispielweise von antineoplastischen Arzneimitteln zwischen 2011 und 2017 von knapp drei Milliarden auf 4,9 Milliarden Euro.

„Während 2011 nur 32 Millionen Euro (1,1 Prozent des Umsatzes antineoplastischer Arzneimittel) auf Arzneimittel mit durch den Gemeinsamen Bundes­aus­schuss festgestelltem Zusatznutzen entfielen, waren es 2017 fast 1,7 Milliarden Euro beziehungsweise 36,6 Prozent des Umsatzes der Indikationsgruppe“, heißt es in dem Arzneimittel-Atlas.

Arzneimittel mit abgeschlossenem Nutzenbewertungsverfahren, aber ohne belegten Zusatznutzen, hätten hingegen nur einen geringen Anteil am Umsatz: „2017 lag er bei 5,3 Prozent.“ In jedem Fall entfiel mit 63,4 Prozent der Großteil der durchgeführten Therapien auf teilweise seit Jahrzehnten verfügbare Wirkstoffe, die auch entsprechend generisch verfügbar seien. © fos/aerzteblatt.de

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