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Medizin

Gebrechlichkeit scheint Alzheimersymptome zu verstärken

Dienstag, 22. Januar 2019

/Otmar Smit, stockadobecom

Halifax – Gebrechlichkeit (Frailty) könnte ältere Menschen anfälliger für Alzheimer-Demenz machen beziehungsweise die Demenzsymptome verstärken. Das berichten Wissenschaftler um Kenneth Rockwood, Halifax, in der Zeitschrift The Lancet Neurology (2019; doi: 10.1016/S1474-4422(18)30371-5).

Die Forscher haben 456 Teilnehmer des Rush Memory and Ageing Project untersucht, die entweder keine Demenz oder Alzheimer-Demenz hatten, anschließend starben und deren Gehirne neuropathologisch untersucht wurden.

Jedes Jahr erhielten die Teilnehmer neuropsychologische und klinische Bewertungen, die detaillierte kognitive Tests und neurologische Untersuchungen umfassten. Die klinische Diagnose der Alzheimer-Demenz basierte auf dem dokumentierten Konsens der Ärzte.

Nach dem Tod wurden unter anderem Hirnablagerungen gemessen, um die krankheitsbedingten Veränderungen von Alzheimer zu quantifizieren. Die Forscher entwickelten auch einen Gebrechlichkeitsindex unter Verwendung einer Kombination von 41 Komponenten des Gesundheitszustandes, zum Beispiel Müdigkeit, Gelenk- und Herzprobleme, Osteoporose, Mobilität, Zubereitung von Mahlzeiten und anderem.

Insgesamt hatten 35 Teilnehmer (8 %) erhebliche krankheitsbedingte Hirnverände­rungen bei Alzheimer, ohne dass eine Demenz diagnostiziert wurde, und 50 (11 %) hatten eine Alzheimer-Demenz, aber wenig krankheitsbedingte Hirnveränderungen.

Die Analyse ergab, dass Gebrechlichkeit und alzheimerkrankheitsbedingte Hirn­veränderungen unabhängig voneinander zum Demenzstatus beitrugen, nachdem sie an Alter, Geschlecht und Bildung angepasst wurden.

Die Forscher fanden auch einen signifikanten Zusammenhang zwischen Gebrech­lichkeit und Alzheimerkrankheit, nachdem sie Aktivitäten des täglichen Lebens aus dem Gebrechlichkeitsindex ausgeschlossen und um andere Risikofaktoren wie Schlaganfall, Herzinsuffizienz, Bluthochdruck und Diabetes bereinigt hatten.

„Durch die Reduzierung der physiologischen Reserve eines Individuums könnte die Gebrechlichkeit den klinischen Ausdruck von Demenz auslösen, während sie bei jemandem, der nicht gebrechlich ist, asymptomatisch bleiben könnte“, erklärte Rockwood von der Nova Scotia Health Authority und der Dalhousie University, Halifax, die die Studie leitete.  © hil/aerzteblatt.de

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