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Ärzteschaft

Referenzwert für Vitamin-B12-Zufuhr um ein Drittel angehoben

Dienstag, 22. Januar 2019

/ricka_kinamoto, stockadobecom

Bonn – Erwachsene sollen mehr Vitamin B12 zu sich nehmen. Die Deutsche Gesell­schaft für Ernährung (DGE) empfiehlt zusammen mit ihren Partnergesellschaften aus Österreich und der Schweiz eine tägliche Aufnahme von 4,0 Mikrogramm pro Tag. Die bisherige Empfehlung betrug 3,0 Mikrogramm pro Tag.

Das Vitamin steht insbesondere als kritischer Nährstoff für Veganer im Fokus, weil es nur in tierischen Lebensmitteln in ausreichenden Mengen vorkommt.

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Vitamin B12 ist unter anderem an der Zellteilung beteiligt, der Blutbildung, dem Aufbau von Erbsubstanz sowie am Abbau von Fettsäuren und Aminosäuren. Bei einem Mangel an Vitamin B12 kann es zu Anämie, neurologischen Störungen und psychischen Auffälligkeiten wie Ermüdungserscheinungen und depressiven Verstimmungen kommen.

Ein Mangel an Vitamin B12 vor der Schwangerschaft kann laut der DGE einen unabhängigen Risikofaktor für Komplikationen wie Fehlgeburt und Präeklampsie darstellen sowie negative Auswirkungen auf das Neugeborene haben. Bei ausschließlich gestillten Säuglingen sich vegan ernährender Mütter, die keine Nährstoffpräparate einnahmen, wurde ein Vitamin-B12-Mangel mit entsprechenden Folgen wie neurologische Störungen und Anämie schon in den ersten Lebensmonaten beobachtet.

Für eine ausreichende Vitamin-B12-Zufuhr empfiehlt die DGE, regelmäßig Milch und Milchprodukte, Eier, Fisch, Meeresfrüchte, Geflügel sowie mageres Fleisch zu verzehren. Die empfohlenen vier Mikrogramm ließen sich beispielsweise mit einem kleinen Glas Milch, einem Becher Jogurt, einem Ei und 60 Gramm Camembert erreichen.

„Eine bedarfsdeckende Vitamin-B12-Zufuhr nur mit pflanzlichen Lebensmitteln ist nicht möglich“, stellt die DGE klar. Daher müssten Veganer dauerhaft ein Vitamin-B12-Präparat einnehmen, um Defizite zu vermeiden. Aber auch Vegetarier nehmen laut der Fachgesellschaft teilweise zu wenig von dem Vitamin auf. Sie sollten insbesondere bei erhöhtem Nährstoffbedarf auf eine ausreichende Zufuhr achten, zum Beispiel in Schwangerschaft und Stillzeit.

Unabhängig von der Zufuhr können aber auch Magen-Darm-Erkrankungen wie Gastritis, Morbus Crohn zu einem Vitamin-B12-Mangel führen, ebenso wie einige Medikamente. Auch die Entfernung von Teilen des Magens oder Darms kann die Aufnahme erschweren. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #759934
Kalimann
am Sonntag, 3. Februar 2019, 16:35

ein schelm wer böses denkt

Hat ja schon ein wenig was zynisches, wo doch im letzten Jahr groß verbreitet worden ist, zu viel B12 fördert Krebs und nun erhöht man die empfohlene Tagesdosis.
Avatar #755239
Wolfgang Rödle
am Donnerstag, 31. Januar 2019, 17:13

Bitte um Quellenangabe

Hallo Hûntr°,
da ich mich aktuell mit "richtiger Ernährung" beschäftige und auch die biologischen Grundlagen und Fachartikel sowie jede Art von Verschwörungstheorien dazu lese, könnten Sie mir bitte für Ihre Aussage eine Quelle nennen?
Avatar #759452
Hûntr°
am Donnerstag, 24. Januar 2019, 09:35

Tierische Produkte B12

Da fast sämtliches Vitamin B12 das in heutigen tierischen Produkten stammt vollständig aus zugefütterten Futterpräparaten stamm ist die Schlussfolgerung der DGE man müsse wegen B12 tierische Produkte essen schon ziemlich irre.
Avatar #754103
Biochemie
am Mittwoch, 23. Januar 2019, 10:22

Vitamin B12

Ergänzen des Artikels:
Menschen bei denen der Intrinsic-Faktor (IF) nicht vorhanden ist können Vitamin B12 nicht über den Magen-Darm aufnehmen.
Hier besteht die Möglichkeit ihren Vitamin B12 Bedarf in den Muskel (Intramuskuläre Injektion) oder unter die Haut in das Binde- und Fettgewebe zu spritzen (Injektion).
LNS

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