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Politik

Mehr HPV-Impfungen gegen Gebärmutterhalskrebs im jüngeren Alter

Dienstag, 22. Januar 2019

/dpa

Köln – Frauen lassen sich zunehmend in jüngerem Alter gegen humane Papillomviren (HPV) impfen. Darauf weist das Wissenschaftliche Institut der privaten Kran­ken­ver­siche­rung (WIP) hin, das Daten weiblicher Privatversicherter ausgewertet hat. Demnach liegt die Impfquote im Durchschnitt aller betrachteten Jahrgänge (1990 bis 2000) bei 45 Prozent. Bei jüngeren Frauen der Geburtsjahrgänge 1994-1999 erreicht die Impfquote 49 Prozent. 

Diese Zahlen sind im Vergleich zu anderen Erhebungen sehr hoch. Das WIP weist daher daraufhin, dass die Studie nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung ist, unter anderem aufgrund des eingeschränkten Versichertenkollektivs, das dem Institut für seine Auswertung zur Verfügung stand.

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Die KiGGS-Studie des Robert-Koch-Instituts ermittelte zum Beispiel auf Basis von Telefoninterviews in Deutschland eine Impfquote von 39,5 Prozent. Eine Auswertung von ambulanten Abrechnungsdaten der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung aus dem Jahr 2015 zeigte bei 15-jährigen Mädchen eine Impfquote von 31 Prozent.

Die HPV-Impfung gilt als wesentlicher Baustein in der Prävention von Gebärmutter­hals­krebs. Zudem schützt sie vor weiteren Erkrankungen durch die Viren, zum Beispiel vor Genitalwarzen. Sie ist seit 2006 in Deutschland zugelassen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung seit 2007 für Mädchen und seit Mitte 2018 auch für Jungen.

Derzeit stehen zwei Impfstoffe zur Verfügung. Beide schützen vor den Hochrisiko-HPV-Typen 16 und 18, welche zwischen 60 Prozent und 70 Prozent der Fälle von Gebärmutterhalskrebs verursachen. Einer der Impfstoffe richtet sich außerdem gegen die HPV-Typen 31, 33, 45, 52 und 58.

Im Jahr 2013 wurden in Deutschland laut den WIP-Autoren 4.610 Neuerkrankungen von Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert, bei einem mittleren Erkrankungsalter von 55,3 Jahren. 

Dem deutschen Wissenschaftler Harald zur Hausen gelang maßgeblich der Nachweis, dass am Anfang der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs zumeist eine persistente HPV-Infektion steht, welche über Krebsvorstufen zu Krebs führen kann. Zur Hausen erhielt für seine Arbeiten 2008 den Nobelpreis für Medizin. © hil/aerzteblatt.de

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