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E-Health führt ein Nischendasein

Dienstag, 22. Januar 2019

/Monkey Business, stockadobecom

Berlin – Das Thema E-Health führt in Deutschland noch ein Nischendasein. Nur eine kleine Minderheit machte bereits persönlich Erfahrungen damit, wie eine Analyse des Meinungs­forschungs­instituts Kantar TNS für den D21-Digital-Index zeigt. Kantar TNS führte dafür rund 20.400 Interviews, mehr als 2.000 davon mit vertiefenden Fragen. Das Projekt wird vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert und von weiteren Partnern unterstützt.

Zwölf Prozent gaben demnach an, bereits eine digitale Gesundheitsanwendung wie Schrittzähler, Apps zur Messung von Herzfrequenz oder Bluthochdruck genutzt zu haben. 27 Prozent können es sich vorstellen, haben es aber noch nicht getan und 43 Prozent wollen dies nicht tun. 16 Prozent waren offliner. 28 Prozent gaben über alle Altersklassen darüber hinaus an, Telemedizin bereits genutzt zu haben oder bereit zu sein, dies zu nutzen. Das Interesse der 30- bis 39-Jährigen lag dabei mit 41 Prozent am höchsten. Am niedrigsten war es bei den Menschen, die älter als 70 Jahre sind.

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Bezüglich der grundsätzlichen Einstellung der Menschen gegenüber dem Einsatz digitaler Technologien im medizinischen Bereich existiere in Deutschland noch kein gefestigtes Meinungsbild, heißt es in dem Report. Annähernd gleich viele Menschen stünden dem Einsatz von Robotern bei Operationen beziehungsweise digitalen Gesundheitsanwendungen positiv wie negativ gegenüber.

Auch die zentrale Speicherung persönlicher Gesundheitsdaten mit Zugang für Ärzte empfänden jeweils rund ein Drittel eher positiv beziehungsweise negativ, ein weiteres Drittel sei noch unentschieden, schreiben die Autoren weiter. Für die Menschen mit neutraler Einstellung überwögen weder Ängste noch Vorbehalte, aber sie könnten auch keinen konkreten Nutzen in diesen Anwendungen erkennen. Am größten ist die Aufgeschlossenheit bei Menschen zwischen 20 und 30 Jahren sowie in gehobenen Bildungsschichten.

Kern der Untersuchung war die Frage, wie sich die Digitalisierung in Deutschland entwickelt. Der Befragung zufolge waren 84 Prozent der deutschen Bevölkerung online, das sind drei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Jeder Fünfte und damit 13 Millionen Menschen stehen aber nach wie vor im digitalen Abseits.

Das mobile Internet nutzen inzwischen mehr als zwei Drittel der Bevölkerung (68 Prozent), was einen Zuwachs um vier Prozentpunkte bedeutet. Das größte Plus und damit einen entscheidenden Anteil an den Steigerungen verzeichnen die älteren Generationen. 79 Prozent der 60- bis 69-Jährigen und 45 Prozent der über 70-Jährigen sind mittlerweile online.

Gleichwohl bleibt in Teilbereichen eine digitale Spaltung sichtbar. Denn auch wenn die ältere Generation aufholt, sind nach wie vor die Jüngeren digital weitaus aktiver. Auch Menschen mit höherer Bildung haben im Schnitt einen deutlich höheren Digitali­sierungs­grad als Menschen mit geringerer Bildung. Zudem führen Berufstätigkeit und vor allem Schreibtischarbeit zu mehr Berührungspunkten und Erfahrungen mit digitalen Technologien.

Stadt-Land-Gefälle zu sehen

Die Studie sieht zudem ein Stadt-Land-Gefälle, wenngleich es beim Zugang zum Internet kaum Unterschiede gibt. Menschen in der Großstadt nutzen das Internet länger, vielfältiger und häufiger. Gründe dafür sind unter anderem eine jüngere Bevölkerung und ein durchschnittlich höherer Bildungsgrad. Auch wird das Internet in den Großstädten häufiger beruflich genutzt, wenngleich Telearbeit oder Homeoffice in ländlichen Regionen durchaus stärker greifen könnten.

Insgesamt geht knapp die Hälfte der Berufstätigen davon aus, dass sich ihre Arbeit durch die Digitalisierung spürbar verändern wird. 38 Prozent sehen darin Chancen. 41 Prozent fühlen sich durch die Digitalisierung aber auch einem ständigen Lerndruck ausgesetzt. Mobiles Arbeiten bleibt indes bislang die Ausnahme: Nur 16 Prozent arbeiten nach eigenen Angaben gelegentlich zeitlich oder örtlich unabhängig. © may/kna/afp/aerzteblatt.de

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