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Medizin

Low-Carb-Diät vermindert Fettleber bei Jugendlichen nach wenigen Wochen

Mittwoch, 23. Januar 2019

Fettleber (Mikroaufnahme, Vergrößerung 100:1) /dpa

Atlanta – Unter einer zuckerarmen Diät kann sich eine Fettleber bei Jugendlichen innerhalb weniger Wochen deutlich zurückbilden. Dies kam in einer randomisierten klinischen Studie heraus, die jetzt im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2019; 321: 256-265) veröffentlicht wurde.

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit einer nichtalkoholischen Fettleber­erkrankung (NAFLD) ist in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen. Betroffen sind in den USA vor allem Jungen aus der hispanischen Bevölkerungsgruppe. Da es keine wirksamen Medikamente gibt, besteht die einzige Behandlungsmöglichkeit in einer Diät. Erfahrungsgemäß fällt es den Familien meistens schwer, ihre Ernährung umzustellen, und ein Diäterfolg ist kaum zu erwarten, wenn die Jugendlichen die einzigen im Haushalt sind, die sich gesund ernähren sollen.

Die Initiatoren der „Dietary Treatment Study of Pediatric NAFLD“ haben sich deshalb entschlossen, den teilnehmenden Familien die gesamten Nahrungsmittel für die Dauer von 8 Wochen zur Verfügung zu stellen, wobei die Auswahl der Speisen sich nach den Vorlieben der Familien richtete. Die freien Zucker wurden allerdings auf 3 % der Kalorienzufuhr beschränkt. Dies war nur möglich, wenn im Haushalt kein raffinierter Zucker vorhanden war und auf Süßgetränke vollständig verzichtet wurde.

An der Studie nahmen 40 Familien teil mit einem Kind im Alter von 11 bis 16 Jahren, bei dem eine NAFLD diagnostiziert worden war. Die NAFLD wurde definiert durch einen Fettanteil der Leber von 10 % oder mehr in einer Magnetresonanz­tomografie (Proton Density Fat Fraction, PDFR). Die Familien wurden auf 2 Gruppen randomisiert. Die eine Gruppe sollte sich weiter wie gewohnt ernähren, die andere Gruppe lebte 8 Wochen von den zugeteilten Nahrungsmitteln.

Ergebnis: Schon die kurze Umstellung der Ernährung führte zu einem Rückgang des PDFR-Anteils von 25 auf 17 %, während es in der Kontrollgruppe nur zu einer Verbesserung von 21 auf 20 % kam. Das Team um Miriam Vos von der Emory Universität in Atlanta/Georgia ermittelte in einer adjustierten Analyse einen Rückgang des Fettanteils der Leber von 6,23 Prozentpunkten, der mit einem 95-%-Konfidenz­intervall von 3,02 bis 9,45 Prozentpunkten signifikant war.

Auch bei den Leberenzymen kam es zu Verbesserungen. So ging die Konzentration der Alanin-Aminotransferase (ein Marker für eine Leberzellschädigung) in der Diätgruppe von 103 U/l auf 61 U/l zurück gegenüber einer Abnahme von 82 U/l auf 75 U/l in der Kontrollgruppe. Auch für die Aspartat-Aminotransferase und die Gamma-Glutamyl­transferase wurde eine signifikante Verbesserung nachgewiesen.

Die Erfolge waren einer hohen Adhärenz der Familien mit den Ernährungsplänen zu verdanken: 18 der 20 Familien gelang es während der Studienphase, die freien Zucker auf unter 3 % der Kalorienzufuhr zu beschränken. Die meisten Kinder waren nach 8 Wochen jedoch noch nicht von ihrer Fettleber geheilt. Die Familien müssten die Low-Carb-Diät deshalb noch länger fortsetzen und ihre Ernährung auf Dauer umstellen. Dass sie dies ohne die Unterstützung der Forscher und ohne die (kostenlosen) Nahrungsmittel schaffen, muss wohl bezweifelt werden. Die Studie zeigt jedoch, dass eine Veränderung der Ernährung eine NAFLD bei Kindern innerhalb kurzer Zeit mildern kann. © rme/aerzteblatt.de

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