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Ärzteschaft

KV Rheinland-Pfalz wünscht sich mehr politisches Engagement gegen Ärztemangel

Mittwoch, 23. Januar 2019

/kamasigns, stockadobecom

Mainz – In Rheinland-Pfalz werden Patienten zur nächsten Arztpraxis künftig weitere Wege zurücklegen müssen – insbesondere in ländlichen Regionen. Grund ist, dass in den kommenden Jahren nach Einschätzung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Rheinland-Pfalz nicht mehr alle Arztpraxen wiederbesetzt und somit erhalten werden können.

Konkret würden fast 60 Prozent der Haus- und Fachärzte in den nächsten fünf Jahren voraussichtlich ausscheiden. Mehr als die Hälfte von ihnen werde nicht ersetzt werden können, die anderen arbeiteten häufiger in Teilzeit. Für die Bevölkerung in ländlichen Gebieten folge daraus, dass sie immer häufiger von medizinischen Einrichtungen in bevölkerungsstärkeren Gemeinden mitversorgt werden müssten. „Darüber hinaus werden nichtmobile Menschen in diesen ländlichen Regionen zunehmend auf regionale Mobilitätsangebote angewiesen sein“, hieß es aus der KV.

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Die Ärzteorganisation begegnet dieser Entwicklung mit einem Maßnahmenbündel: Dazu gehören die Reform des ärztlichen Bereitschaftsdienstes, die Einrichtung der Beratungsstelle Kommunen im Jahr 2018 sowie der stetige Ausbau der finanziellen Förderung von Medizinstudierenden, Ärzten in Weiterbildung sowie von Nieder­lassungen in strukturschwachen Regionen. Rund 1,2 Millionen Euro gibt sie dafür im Jahr aus.

Allerdings reicht dies laut der KV nicht aus – politische Maßnahmen gegen den Ärztemangel müssten die KV-Aktivitäten stärker unterstützen. „Der aktuelle Entwurf zum Terminservice- und Versorgungsgesetz ist leider nicht geeignet, drohende Versorgungseinschnitte zu vermeiden“, kritisiert der Vorstandsvorsitzende der KV, Peter Heinz.

Nötig seien dagegen andere, gestufte Maßnahmen, damit mehr Ärzte sich niederlassen: Schon beim Zugang zum Medizinstudium müssten wichtige Weichenstellungen erfolgen, um dem Ärztemangel in Zukunft zu begegnen. So spricht sich die KV neben der Erhöhung der Zahl der Medizinstudienplätze für ein Numerus-Clausus-unabhängiges Aufnahmeverfahren aus.

Der Bund müsse zudem die Bedarfsplanung und jegliche Budgetierung abschaffen und den KV erlauben, eigene Einrichtungen zu betreiben. „Um den ärztlichen Nachwuchs für die ambulante Versorgung zu gewinnen, muss außerdem die ärztliche Leistung wieder wertgeschätzt werden. Ein wichtiger Schritt wäre hierfür, die Gebührenordnung anzupassen“, betonte Heinz.

Bei der Entscheidung für oder gegen eine Niederlassung spiele zudem die Situation vor Ort eine entscheidende Rolle, unter anderem Schulen und der Arbeitsplatz des Lebenspartners. „Auf diese Faktoren hat die KV keinen Einfluss. Eine Stärkung der ambulanten Versorgung kann letztlich nur im Schulterschluss mit den Kommunen gelingen“, betonte der KV-Chef. © hil/dpa/aerzteblatt.de

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