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Medizin

ASS: Nutzen und Risiken in der Primärprävention von Herz-Kreis­lauf-Erkrankungen vergleichbar

Mittwoch, 23. Januar 2019

/New Africa, stockadobecom

London – Die regelmäßige Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS) kann gesunde Menschen zwar vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen. Die mit der Einnahme verbundenen Blutungsrisiken heben die Vorteile jedoch wieder auf, wie eine Metaanalyse im amerikanischen Ärzteblatt zeigt (JAMA 2019; 321: 277-287), die 3 im vergangenen Jahr veröffentlichte randomisierte klinische Studien berücksichtigt.

Die Herz-Kreislauf-Prävention mit ASS ist eine Nutzen-Risiko-Abwägung. Die Hemmung der Thrombozytenaggregation kann zwar arterielle thrombotische Ereignissen wie Herzinfarkt und Schlaganfall verhindern. Gleichzeitig steigt jedoch das Risiko auf Blutungen, die im Gastrointestinaltrakt tödlich enden können.

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Für Patienten, die bereits einen Herzinfarkt erlitten hatten oder bei denen ein erhöhtes Schlaganfallrisiko besteht, in der Sekundärprävention also, fällt die Nutzen-Risiko-Bilanz positiv aus. Ein Einsatz gilt als evidenzbasiert. Anders ist dies bei der Primärprävention. Das Blutungsrisiko kann hier annähernd so hoch sein wie in der Sekundärprävention.

Da aber das Ausgangsrisiko auf einen Herzinfarkt oder Schlaganfall niedrig ist, ist die Nutzen-Risiko-Bilanz nicht eindeutig. Die European Society of Cardiology rät generell von einer Primärprävention ab, die US Preventive Services Task Force macht den Einsatz vom Alter und dem 10-Jahres-Risiko abhängig. Die unterschiedlichen Bewertungen stützen sich übrigens auf die gleichen randomisierten klinischen Studien, die mehrmals in Metaanalysen zusammengefasst wurden.

Im letzten Jahr wurden 3 neue Studien veröffentlicht. Die ASCEND-Studie („A Study of Cardiovascular Events in Diabetes“) hatte den Einsatz von ASS bei 15.480 Menschen mit Diabetes untersucht. An der ASPREE-Studie („Aspirin for Reducing Events in the Elderly“) hatten 19.114 ältere Menschen und an der ARRIVE-Studie („Aspirin to Reduce Risks of Initial Vascular Events“) 12.546 Menschen mit mehreren Risikofaktoren teilgenommen.

Dies bewog Sean Zheng vom King’s College Hospital in London und Mitarbeiter zu einer neuen Metaanalyse. Sie stützt sich auf 13 Studien, in denen zusammen 164.225 Personen im Mittel über 5,0 Jahre auf eine Behandlung mit ASS oder Placebo (9 Studien) oder keine Behandlung randomisiert wurden. Das Durchschnittsalter betrug 62 Jahre. Insgesamt 30.361 Teilnehmer (19 %) litten an Diabetes und das mittlere 10-Jahres-Risiko auf ein kardiovaskuläres Ereignis lag bei 9,2 % (2,6 bis 15,9 %).

Die Ergebnisse lassen sich am besten durch die Gegenüberstellung der Number Needed to Treat (NNT, also der Zahl der behandelten Patienten auf die ein vermiedenes Ereignis kommt) und der Number Needed to Harm (NNH, also der Zahl der behandelten Patienten auf die eine zusätzliche Komplikation kommt) veranschaulichen.

Für die Gesamtgruppe ermittelt Zheng eine NNT von 265 und eine NNH von 210. Das bedeutet, dass die Risiken leicht überwiegen. Bei Patienten mit einem niedrigen kardiovaskulären Ausgangsrisiko betrug die NNT 297, die NNH 249 – was ebenfalls eine leicht negative Nutzen-Risiko-Bilanz anzeigt.

Für Patienten mit einem hohen kardiovaskulären Ausgangsrisiko ermittelt Zheng eine NNT von 196 und eine NNH von 252. Hier war die Nutzen-Risiko-Bilanz leicht positiv: Es mussten weniger Patienten behandelt werden, um einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu vermeiden, als Patienten durch eine schwere Blutung zu schaden kommen. Bei Diabetikern betrug die NNT 153 und die NNH 121, also eine leicht negative Bilanz.

Neben einer Herz-Kreislauf-Prävention wird auch eine Schutzwirkung vor Krebserkrankungen durch ASS diskutiert. Dies ließ sich in der Metaanalyse nicht bestätigen. Es gab unter den mit ASS behandelten Patienten weder weniger Krebserkrankungen noch weniger Krebstodesfälle (wobei aber zu berücksichtigen ist, dass eine krebspräventive Wirkung möglicherweise erst nach einer längeren Behandlungszeit als 5 Jahre auftreten könnte). Ungeklärt ist noch die Frage, ob die gleichzeitige Einnahme eines Protonenpumpen-Inhibitors (PPI) das Blutungsrisiko von ASS senken und damit die Nutzen-Risiko-Bilanz günstig beeinflussen könnte. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #748578
Ferdinand Wolfbeißer
am Donnerstag, 24. Januar 2019, 19:53

Stellmacher?

Eben habe ich nachgesehen, was Stellmacher bedeutet. Bei uns in Österreich ist dieses Wort nämlich unbekannt. Mit dieser Angabe liegen Sie aber falsch. Warum hielten Sie es in der Sache für erforderlich, meinen Beruf anzugeben und obendrein dazu noch falsch?
Avatar #748578
Ferdinand Wolfbeißer
am Donnerstag, 24. Januar 2019, 19:50

Stellmacher?

Eben habe ich nachgesehen, was Stellmacher bedeutet. Bei uns in Österreich ist dieses Wort nämlich unbekannt. Mit dieser Angabe liegen Sie aber falsch. Warum hielten Sie es in der Sache für erforderlich, meinen Beruf anzugeben und obendrein noch falsch?
Avatar #748578
Ferdinand Wolfbeißer
am Donnerstag, 24. Januar 2019, 19:36

Stellmacher

Eben habe ich nachgesehen, was Stellmacher bedeutet. Bei uns in Österreich ist dieses Wort nämlich unbekannt. Mit dieser Angabe liegen Sie aber falsch. Warum hielten Sie es in der Sache für erforderlich, meinen Beruf anzugeben und obendrein dazu noch falsch?
Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Donnerstag, 24. Januar 2019, 13:25

"Aleae iactae sunt"!

Die Würfel in der Primärprävention sind gefallen!
In der Sekundärprävention bleibt ASS 100 Bestandteil therapeutischer Strategien.

Aber nach 3 großen Studien wie ASPREE, ASCEND und ARRIVE, erstere mit einer Studienpopulation von 19.114 gesunden ab 70-Jährigen verschiedener Ethnien der USA und Australien bzw. ab 65-Jährigen Afroamerikanern und Hispanics aus den USA mit gescheiterter Primärprävention von ASS 100 müsste es doch langsam mal gut sein. ["METHODS - From 2010 through 2014, we enrolled community-dwelling men and women in Australia and the United States who were 70 years of age or older (or ≥65 years of age among blacks and Hispanics in the United States) and did not have cardiovascular disease, dementia, or disability. Participants were randomly assigned to receive 100 mg of enteric-coated aspirin or placebo."]

Eine Primär-Prävention mit Acetylsalicylsäure (ASS) nützt selbst beim älteren Typ-2-Diabetiker nichts. Aber auch unsere Patienten mit anderen Risikofaktoren wie Hypertonie, Dyslipidämie, Rauchen, Saufen, Fehlernährung, Übergewicht oder Askese profitieren nach ASPREE, ASCEND und ARRIVE nicht primär von ASS 100 (weltweit gibt es eine Bandbreite von 50 bis 300 mg).

Wie schon gesagt: "Es verhält sich wie bei Airbag, ABS und Anschnallpflicht: Nach 50-jährigem, unfallfreien Fahren haben diese drei Primärpräventions-Systeme keinerlei Wirkung zeigen können.

Bei einem Crash sind wir jedoch froh, dass wir sie eingebaut haben, denn dann greift die Akutprävention: ASS ist jedoch beim akuten Koronarsyndom (ACS) unwirksam, da sind andere interventionelle und medikamentöse Mechanismen wirksam.

Erst die Sekundärprävention nach Koronar-Ereignissen belegt die Wirksamkeit von ASS 100.

Die unwirksame Primärprävention mit ASS 100 ist vergleichbar mit dem Versuch, täglich den Airbag geringfügig auslösen zu wollen, um zu kontrollieren, ob er im Notfall auch funktionieren würde. Dafür ist im Ernstfall aber dann "die Luft raus"!" (Zitat Ende) https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/herzkreislauf/article/971832/tiefschlaege-ass.html

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

Quelle: Effect of Aspirin on Cardiovascular Events and Bleeding in the Healthy Elderly" von John J. McNeil et al.
https://www.nejm.org/doi/10.1056/NEJMoa1805819
Avatar #731133
PointVital
am Donnerstag, 24. Januar 2019, 08:57

Warum immer Medikamente?

Viele unserer Klienten konnten in Zusammenarbeit mit ihrem Arzt ASS durch zusätzliche Omega 3 und Q10 absetzen. Das alles ohne Nebenwirkungen.
Schade, dass es nur wenige Mediziner gibt, die da mitwirken.
Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Mittwoch, 23. Januar 2019, 22:13

Ferdinand Wolfbeißer ist vermutlich

alias Johann Niedermayer, ein österreichischer Stellmacher, geboren 1946, der in seiner freien Zeit offensichtlich als
"Die wirkliche Ursache der Arteriosklerose" den Vitamin C Mangel identifizieren möchte.
Geneigte DÄ Leserinnen und Leser können sich gerne selbst überzeugen:
http://members.chello.at/meinewebseite/Emai.htm
http://members.chello.at/meinewebseite/Semmelweis.htm
http://members.chello.at/meinewebseite/Impressum.htm

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
Avatar #748578
Ferdinand Wolfbeißer
am Mittwoch, 23. Januar 2019, 19:19

Arteriosklerose

http://members.chello.at/meinewebseite/Semmelweis.htm
LNS

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