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Medizin

Olaratumab: EMA fordert Behandlungsstopp für Krebsmedikament

Freitag, 25. Januar 2019

/nattanan, stockadobecom

London – Der Wirkstoff Olaratumab, der vor 2 Jahren zur Behandlung von Weichteilsarkomen zugelassen wurde, sollte nach Einschätzung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) vorerst nicht weiter eingesetzt werden. Anlass für die Mitteilung sind die offenbar enttäuschenden Ergebnisse der ANNOUNCE-Studie.

Olaratumab war Anfang November 2016 auf der Basis einer kleineren Studie zugelassen worden. Dort hatte der PDGFRalpha-Antagonist („Platelet Derived Growth Factor Receptors alpha“) in Kombination mit Doxorubicin das progressionsfreie und Gesamtüberleben von Patienten mit fortgeschrittenem Weichteilsarkom verbessert. Die EMA knüpfte die Zulassung jedoch an die Durchführung einer Anschlussstudie mit einer größeren Fallzahl.

An der internationalen ANNOUNCE-Studie (mit deutscher Beteiligung) sollten insgesamt 460 Patienten mit Weichteilsarkomen teilnehmen. Der Abschluss war für März 2020 anvisiert. Wie die EMA jetzt mitteilt, stellte sich jedoch bei einer Zwischenauswertung heraus, dass die Studie ihr primäres Ziel, eine Verlängerung des Gesamtüberlebens, nicht erreichen wird. Die EMA rät deshalb den Onkologen, keine weiteren Patienten mit Olaratumab (plus Doxorubicin) zu behandeln. Weitere Informationen sollen folgen, wenn die Ergebnisse der Studie ausgewertet wurden.

Sicherheitsprobleme sind in der Studie offenbar nicht aufgetreten. Bei Patienten, die derzeit mit Olaratumab behandelt werden, kann der Arzt nach Ansicht der EMA eine Fortsetzung der Behandlung in Betracht ziehen, wenn er den Eindruck hat, dass sie dem Patienten nutzt. Laut EMA werden in der EU derzeit rund 1.000 Patienten mit Olaratumab behandelt. © rme/aerzteblatt.de

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