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Vorsorgeprogramm gegen Depressionen, Ängste und Stress in der Schwangerschaft erprobt

Freitag, 25. Januar 2019

/dpa

Heidelberg – Ein systematisches Screening und ein Behandlungsprogramm für psychisch belastete Schwangere erproben Ärzte und Wissenschaftler unter Leitung der Universitätsfrauenklinik Heidelberg. Der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesauschusses (G-BA) fördert das Projekt „Mind:Pregnancy“ mit 3,4 Millionen Euro. 

„Unter Depressionen, Stress und Ängsten – darunter auch ganz konkreter Angst vor der Geburt selbst – leidet nicht nur die Schwangere selbst. Auch für Kind und Familie ist die Erkrankung eine große Belastung“, erklärte die Projektleiterin Stephanie Wallwiener von der der Universitätsfrauenklinik Heidelberg.

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Am 28. Januar startet das Programm in ganz Baden-Württemberg, rund 15.000 Frauen können im Rahmen des Projektes versorgt werden. Schwangere, die bei einer der beteiligten Krankenkassen versichert sind, können sich mit einem Fragebogen auf Anzeichen von Depressionen, Ängsten und Stress untersuchen lassen.

Zeigt sich in dieser ersten Untersuchung durch den behandelnden Frauenarzt, dass eine schwangere Frau eine starke psychische Belastung hat, wird sie durch Mitarbeiter der an dem Projekt teilnehmenden Universitätsfrauenkliniken Heidelberg und Tübingen kontaktiert und erhält psychologische Hilfe. Schwangere, die mildere Anzeichen von Störungen der Stimmungslage zeigen, werden eingeladen, an einem onlinebasierten Selbsthilfe­angebot zur Achtsamkeit teilzunehmen.

Partnerkassen des Projektes sind die Techniker Krankenkasse, die mhplus Betriebskrankenkasse, die über die GWQ ServicePlus AG teilnehmenden Betriebskrankenkassen, die AOK Baden-Württemberg und die Barmer.

„Es hat sich gezeigt, dass Frauen, die unter Stress, Angst oder Depressionen leiden, sich eher einen Kaiserschnitt wünschen, auch wenn dieser medizinisch nicht unbedingt notwendig wäre“, sagte Wallwiener. Ein weiteres Ziel der Maßnahme sei daher, den Schwangeren die Ängste zu nehmen und mehr physiologische Geburten zu ermöglichen.

Sie betonte, für das Gelingen des Projekts sei die Kooperation mit den nieder­gelassenen Frauenärzten besonders wichtig, insbesondere mit dem Berufsverband der Frauenärzte, Landesverband Baden-Württemberg. An einer Teilnahme interessierte Praxen können sich ab sofort unter mindpregnancy.de oder direkt bei der Kassen­ärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg registrieren lassen.   

Konsortialpartner des Projektes sind das Institut Frauengesundheit Tübingen, die Universitätsfrauenklinik Tübingen, die Ludwig-Maximilians-Universität München, die Universität Bielefeld, die Abteilung Psychosomatik der Medizinischen Universitätsklinik Tübingen, die Techniker Krankenkasse, die mhplus Betriebs­krankenkasse und die GWQ ServicePlus AG als Arbeitsgemeinschaft von Krankenkassen.

Als Partner im Selektivvertrag nimmt der Berufsverband der Frauenärzte teil. Kooperationspartner sind die AOK Baden-Württemberg, die Barmer und die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg. © hil/aerzteblatt.de

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