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Politik

Bundesbeauftragter startet Projekt gegen Personalnot in der Pflege

Donnerstag, 24. Januar 2019

/dpa

Berlin – Mit einem Projekt für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege will der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, den Fachkräftemangel bekämpfen. Er stellte heute in Berlin ein Schulungskonzept für Führungskräfte in der Pflege vor, das von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Curacon entwickelt wurde. Das Unternehmen ist Spezialist im Gesundheits- und Sozialwesen und arbeitet seit Jahren in der Strategie- und Organisationsberatung für Altenhilfeeinrichtungen.

„Gute Arbeitsbedingungen sind der Schlüssel, um Pflegekräfte im Berufsfeld zu halten, Menschen für den Beruf zu gewinnen und Berufsaussteiger zurückzugewinnen“, erklärte Westerfellhaus. „Deshalb müssen wir alle Hebel in Bewegung setzen, um moderne, familienfreundliche, attraktive Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte zu schaffen.“

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Das Projekt soll insbesondere kleine und mittelständische Pflegeeinrichtungen unterstützen, bewährte Instrumente für gute Arbeitsbedingungen zu implementieren. Die Ergebnisse des Projektes sollen im November vorliegen und bis Februar 2020 ausgewertet werden. Im Anschluss soll das Konzept flächendeckend in Deutschland genutzt werden. Im vergangenen Jahr waren laut Bundesagentur für Arbeit 40.000 Stellen in der Pflege unbesetzt.

Dem Handelsblatt sagte Westerfellhaus, rund die Hälfte der Pflegefachkräfte, die aus ihrem Job ausgestiegen sind, könnten sich eine Rückkehr vorstellen, wenn sich die Rahmenbedingungen verbessern. „Wir sprechen da von einer Größenordnung von 120.000 bis 200.000 Pflegekräften.“ Der Personalnotstand müsse aber auch durch eine verbesserte Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe und den Abbau von Bürokratie durch Digitalisierung bekämpft werden.

Westerfellhaus gab der Politik eine Mitschuld an den Problemen in der Pflege. Politik und Arbeitgeber hätten lange nicht auf den langfristigen Bedarf an Pflegekräften geschaut und durch Sparmaßnahmen einen Teufelskreis in Gang gesetzt, bei dem immer weniger Pflegekräften immer mehr Arbeit aufgehalst worden sei. Zudem habe niemand einen Überblick gehabt, wie viele Pflegekräfte es in Deutschland gebe und wie viele gebraucht würden.

Der Pflegebevollmächtigte zeigte sich optimistisch, dass es gelingen werde, einen flächendeckenden Tarifvertrag in der Pflege durchzusetzen. Das sei angesichts sehr unterschiedlicher Arbeitgeber – es gibt kommunale, private und kirchliche Träger – sehr kompliziert, aber notwendig. © kna/aerzteblatt.de

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Avatar #106024
Mabued
am Samstag, 2. Februar 2019, 17:00

Liebe Politiker - wann werdet Ihr endlich wach!?

Vor 45 Jahren habe ich als Abiturient 6 Jahre auf einen Studienplatz gewartet. Ich habe zur Überbrückung die Ausbildung als Pflegehelfer, Krankenpfleger und Rettungssanitäter absolviert und dabei ausreichend Geld verdient, um auf eigenen Beinen zu stehen. Anschließend habe ich Medizin studiert und nebenbei viel in der Pflege und im Rettungsdienst gearbeitet. Steuern musste ich als Azubi und Student kaum zahlen. Erst mit 32 konnte ich als Arzt Geld verdienen und habe mich nach 33 Jahren Vollbeschäftigung in den Ruhestand verabschiedet. Resultat der jetzt noch (Liebe Politiker - das sind 45 Jahre!) bestehenden Wartezeiten von 6 Jahren : Steuer-Verlust in immenser Höhe, 4 Ausbildungsberufe in Anspruch genommen, blockiert und maximal dort 12 Jahre gearbeitet (über 50% aller Klassenkollegen sind in der Zwischenzeit Ärzte - wir haben als Abiturienten mit ausgeprägtem Interesse für die Medizin das Ausbildungsniveau sehr hoch gehalten).
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