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Belegärztliche Geburtshelfer erhalten mehr Geld

Freitag, 25. Januar 2019

/Dron, stockadobecom

Berlin – Zur Deckung der gestiegenen Haftpflichtprämien in der Geburtshilfe erhalten niedergelassene Gynäkologen rückwirkend zum Jahresanfang mehr Geld. Darauf haben sich GKV-Spitzenverband und Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) im Bewertungs­ausschuss verständigt, wie die KBV heute mitteilte. Ziel ist es zu verhindern, dass die Zahl ärztlicher Geburtshelfer weiter sinkt und immer mehr belegärztliche Geburtsstationen schließen müssen.

Man habe erreichen können, dass sich die Krankenkassen stärker an den Versicherungskosten beteiligen, hieß es von der KBV. Darüber hinaus empfiehlt der Bewertungsausschuss, dass Kassenärztliche Vereinigungen und Krankenkassen gegebenenfalls regional weitere extrabudgetäre Zuschläge vereinbaren. Hintergrund sei die regionale Heterogenität der Haftpflichtversicherungskosten, war zu vernehmen.

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Im Details sieht der Beschluss vor, dass es für belegärztliche Geburten 97,30 Euro mehr und für ambulante Geburten 81,93 Euro mehr Geld gibt. Pro belegärztlicher Geburt erhielten Ärzte nun im Durchschnitt 214,29 Euro, so die KBV. Bei beispielswesie 149 Geburten im Jahr – so viele Geburten begleiten Belegärzte im Durchschnitt – beläuft sich der Zuschuss der KBV zufolge auf rund 32.000 Euro.

KBV und GKV-Spitzenverband haben dem Vernehmen nach darüber hinaus vereinbart, dass das Institut des Bewertungsausschusses die Situation der belegärztlichen Geburtshelfer für die Jahre 2018 bis 2020 evaluiert. Im Anschluss wollen beide Seiten prüfen, ob weiterer Anpassungsbedarf besteht.

Hintergrund für die Einigung sind drastisch gestiegenen Beiträge zur Haftpflicht­versicherung infolge wachsender Schadenssummen. Dies führte zuletzt dazu, dass Frauenärzte immer häufiger ihre belegärztliche Tätigkeit als Geburtshelfer einstellten. Eine Folge: Gerade in ländlichen Regionen mussten geburtsmedizinische Stationen nach und nach schließen. Die Politik hatte die Selbstverwaltung zu Lösungen aufgerufen. © may/EB/aerzteblatt.de

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Avatar #27328
Farghal
am Sonntag, 27. Januar 2019, 15:51

HAFTPFLICHTPRÄMIEN

nicht nur die belegärztliche Geburtshilfe leidet unter den hohen Haftpflichtprämien. Es nur Richtig und gut, dass die Kassen hier jetzt entsprechende Zuschüsse geben. In der Chirurgie und Orthopädie sieht es nicht besser aus. Nach Erhebungen der Ecclesia werden für Chirurgen und Orthopäden mit bis zu 5 Betten bis zu 22.000€ verlangt, zudem gibt es aktuell nur noch 6 Anbieter, die Belegärzte versichern wollen. Hier öffnet sich gerade die nächste Baustelle für die KBV und den GKV-Spitzenverband.
Avatar #651910
thyriris
am Freitag, 25. Januar 2019, 17:55

Das muss sich erst noch zeigen..

... ob dies ausreicht. Ca. 100EUR mehr pro Geburt bei Versicherungsprämien im 6stelligen Bereich halte ich für den Tropfen
auf den heißen Stein.
Ich habe vor zwei Jahren einmal scherzeshalber bei der Deutschen Ärzte Versicherung angefragt, wie hoch die Versicherung für belegärztliche Geburtshilfe wäre, wenn ein neuer Vertrag vereinbart würde. Mir wurde damals eine Summe von 100.000 EUR genannt. Wenn das stimmt, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie man Belegärzte finden soll, die geburtshilflich arbeiten wollen. Das ist selbst mit den 32.000EUR Zuschuss, die im Artikel genannnt werden, quasi nicht machbar.
Was wir dringend brauchen, ist eine GRUNDSÄTZLICHE Lösung der Versicherungsproblematik in der Geburtshilfe, die ja auch Hebammen und Krankenhäuser betrifft.
Aber davon reden wir jetzt schon bald 10 Jahre und es wird weiter nur dran rumgedoktert, statt das Problem von Grund auf zu lösen, z.B. mit einem Versicherungsfonds, wie dies auch in anderen Ländern schon ist.
LNS

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