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Krankenhausmanager befürchten Verschärfung des Fachkräftemangels durch Personalschlüssel

Freitag, 25. Januar 2019

/dpa

München – Die neuen Vorgaben des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) für  Personalschlüssel von Kliniken in besonders pflegeintensiven Bereichen verstärken den Fachkräftemangel. Das gaben 500 Krankenhausmanager deutscher Krankenhäuser in einer Umfrage von Roland Berger an.

Die Krankenhausmanager sprachen sich mehrheitlich (98 Prozent) dafür aus, dass sich Personalvorgaben eher am Versorgungsprozess als am Ausbildungshintergrund orientieren sollten. Andernfalls befürchten sie, für den Großteil der aktuell ausgelagerten Tätigkeiten wieder Pflegekräfte einsetzen zu müssen, um so die Personalvorgaben zu erfüllen.

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Grund ist, dass derzeit viele Krankenhäuser versuchten, die Belastung für Pflegekräfte zu verringern, indem sie pflegeferne Tätigkeiten von anderen Berufsgruppen ausführen lassen. Rund 92 Prozent der befragten Krankenhausmanager gaben beispielsweise an, dass die Bettenaufbereitung in ihrem Haus von Kräften außerhalb der Pflege vorgenommen wird. Weiterhin werden Aufgaben wie Patientenlogistik, ad-hoc Reinigungstätigkeiten, die Aufnahme von Essensbestellungen sowie die Patientenaufnahme während der Regelarbeitszeit in den meisten Krankenhäusern ebenfalls nicht mehr von Pflegekräften ausgeführt.

Unter den in der Umfrage genannten Aufgaben sei lediglich die Konfektionierung von Medikamenten noch überwiegend feste Aufgabe der Pflege, hieß es. Zusammenfassend zeige sich, dass sich Pflegekräfte in Krankenhäusern aktuell zunehmend auf die „Arbeit am Patientenbett“ fokussierten und medizinisch-unterstützende, fachliche Aufgaben erfüllten. Hingegen wurden pflegeferne Tätigkeiten wie der Stationsservice bereits zunehmend an andere Berufsgruppen abgegeben. Das könnte sich mit den Vorgaben für Personalschlüssel ändern.

Die Umfrage zeigt auch, dass die Besetzung offener Stellen in der Pflege darüber hinaus für mehr als 80 Prozent der befragten Krankenhausmanager eine große Herausforderung darstellt. Etwa 40 Prozent der Krankenhäuser gaben an, für die Besetzung einer Pflegestelle üblicherweise mehr als drei Monate oder sogar mehr als sechs Monate zu benötigen.

„Der daraus resultierende Engpass kann sowohl zu einer Unterversorgung von Patienten, zu höheren Belastungen für das Stammpersonal durch Überstunden oder auch einer steigenden Inanspruchnahme von Zeitarbeit führen“, betonten die Autoren.

Ihr Fazit: „Aus den Rückmeldungen der befragten Klinikmanager lässt sich eine klare Forderung an die Politik ableiten: Personalvorgaben sollten sich am praktischen Alltag in deutschen Kliniken orientieren und die existierende Arbeitsteilung berücksichtigen.“

Starre Vorgaben widersprächen der Komplexität des Arbeitsalltags, verhinderten Innovationen und würden sich angesichts des Mangels an ausgebildeten Pflegekräften und der Konkurrenz „durch andere Bereiche im Gesundheitswesen oft schlicht nicht umsetzen lassen“, schreibt Roland Berger. © hil/sb/aerzteblatt.de

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Avatar #601646
Krankenhausarzt
am Sonntag, 27. Januar 2019, 21:52

Der gemachte Fachkräftemangel

Roland Berger. Wir kennen auch die anderen "Berater".
Erst haben diese Firmen das deutsche Krankenhaus schlankgerechnet und jetzt bieten sie sich als Bedenkenträger für Mindeststandards an. Das ist schon dreist. Passt aber weiterhin ins Bild.
LNS

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