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Erste Kältetote in Deutschland

Montag, 28. Januar 2019

/dpa

Berlin – Die Kälte in Deutschland wird für obdachlose Menschen zur tödlichen Bedrohung. Bereits zehn von ihnen sind in diesem Winter nach Recherchen der Bundesarbeitsgemeinschaft für Wohnungslosenhilfe auf der Straße gestorben. Dazu komme ein weiterer Verdachtsfall, sagte Geschäftsführerin Werena Rosenke. Obdachlose seien unter anderem in Berlin, Hamburg, Köln und Düsseldorf erfroren.

In der Hauptstadt wurden seit Mitte Januar drei Menschen ohne festen Wohnsitz tot aufgefunden. Allein in den eiskalten Nächten der vergangenen Tage entdeckten Passanten zwei Leichen. Einer der Männer starb in der Nacht zum vorigen Freitag und ist in der Zählung der Arbeitsgemeinschaft noch nicht erfasst. Die Todesursache sei bei diesen Männern noch unklar, sagte eine Polizeisprecherin.

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Da von Bund, Ländern und Kommunen keine offiziellen Statistiken zu Kältetoten geführt würden, sei die Definition nicht immer einfach, sagte Rosenke. Die Arbeitsgemeinschaft stütze sich bei ihrer bundesweiten Zählung auf Medienberichte. „Es geht dabei um Menschen, die auf der Straße durch die Einwirkung von Kälte gestorben sind“, erläuterte sie. „Auch Herzversagen kann dabei mit Unterkühlung zusammenhängen.“ Oft würden Obduktionsberichte aber gar nicht öffentlich – oder keine Untersuchungen zu Todesursachen veranlasst.

In Berlin wird die Zahl der Obdachlosen auf mehrere Tausend geschätzt, viele von ihnen stammen aus Osteuropa. In diesem Winter gibt es rund 1.200 Notschlafplätze. Die Zahl war im Vergleich zu den Vorjahren noch einmal erhöht worden, die Kältehilfe startete erstmals bereits im Oktober und reicht bis April. Darüber hinaus bleiben zwei U-Bahnhöfe nachts geöffnet. Kältebusse fahren frierende Obdachlose in Quartiere. Obdachlosencamps im Freien lässt der Berliner Bezirk Mitte manchmal räumen.

Die Arbeitsgemeinschaft zählt Kältetote in Deutschland seit dem Beginn der 1990er-Jahre. 314 Fälle seien seitdem dokumentiert, berichtete Rosenke. Bei 38 weiteren Menschen bestehe der Verdacht, dass Unterkühlung mit zur Todesursache gehörte. © dpa/aerzteblatt.de

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