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Politik

Konzertierte Aktion Pflege: Zehn Prozent mehr Auszubildende bis 2023

Montag, 28. Januar 2019

/dpa

Berlin – Um den Pflegemangel in Deutschland zu reduzieren, soll die Zahl der Auszubildenden bis 2023 um zehn Prozent steigen. Auch die Zahl der Ausbildungs­stätten für die Pflege soll bis 2023 um zehn Prozent erhöht werden. Das ist ein erstes Ergebnis der „Konzertierten Aktion Pflege“, mit der Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU), Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin Franziska Giffey (SPD) zusammen mit zahlreichen Verbänden und Organisationen bis zum Juli dieses Jahres Maßnahmen gegen den wachsenden Pflegenotstand erarbeiten wollen.

Seit dem Start der Aktion am 3. Juli 2018 wurden in fünf Arbeitsgruppen Ideen zu folgenden Themen diskutiert: „Ausbildung und Qualifizierung“, „Personalmanagement, Arbeitsschutz und Gesund­heits­förder­ung“, „Innovative Versorgungsansätze und Digitalisierung“, „Pflegekräfte aus dem Ausland“ und „Entlohnungsbedingungen in der Pflege“. Zum Thema „Ausbildung und Qualifizierung“ hat die Arbeitsgruppe I heute einen Katalog von 111 Maßnahmen vorgelegt, auf die sich die verschiedenen Teilnehmer der Konzertierten Aktion Pflege verständigt haben.

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Die Maßnahmen dieser „Ausbildungsoffensive Pflege“ wurden in drei Handlungsfelder unterteilt: Die zum Jahr 2020 in Kraft tretende generalistische Pflegeausbildung erfolgreich umzusetzen, für die neue Ausbildung zu werben sowie die Ausbildung und die Qualifizierung zu stärken.

Zum dritten Punkt zählen unter anderem, drohenden Ausbildungsabbrüchen „rechtzeitig mit geeigneten Maßnahmen zu begegnen“, wie es in der Vereinbarung heißt, und „lebens- und berufserfahrene Menschen bei Interesse und Eignung für eine Umschulung als Fachperson für die Pflege zu gewinnen“. Darüber hinaus sollen die Verbände der Pflegeeinrichtungen mindestens 5.000 Weiterbildungsplätze zur Nachqualifizierung von Pflegehelfern zur Verfügung stellen.

„Um mehr Pflegekräfte zu gewinnen, müssen wir ihre Ausbildungs- und Arbeits­bedingungen verbessern“, erklärte Spahn. „Unsere Entscheidungen heute helfen dabei. Auch das Ge­sund­heits­mi­nis­terium wird sich an der Ausbildungsförderung beteiligen. Wer sich vom Pflegehelfer zur Pflegefachkraft weiterqualifizieren möchte, soll künftig weiter das Pflegehelfergehalt bekommen können. Mit dem Ausbildungspaket heute legt die Konzertierte Aktion erste Ergebnisse vor. Das ist ein Anfang, um Pflege attraktiver zu machen. Mitte des Jahres folgt dann das Gesamtpaket.“

„Ohne gute Arbeitsbedingungen und faire Löhne steuern wir auf eine Krisensituation zu“, sagte Bundesarbeitsminister Heil. Er verwies darauf, dass mehrere Arbeitgeber aus der Wohlfahrt daran arbeiteten, einen mitgliederoffenen Arbeitgeberverband zu gründen. Dies sei notwendig, um bundesweite Tarifverträge schließen und damit letztlich auch eine bessere Bezahlung für die Pflegenden erreichen zu können. „Ich appelliere an alle Beteiligten, dieses Vorhaben möglichst bald umzusetzen.“

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) begrüßte, dass die Konzertierte Aktion Pflege jetzt mit einer Ausbildungsoffensive im Pflegebereich startet. „Denn das Wichtigste ist es, das Interesse am Pflegeberuf zu wecken und mehr junge Menschen in und durch die Ausbildung zu bekommen“, sagte DKG-Präsident Gerald Gaß. Positiv sei auch, dass die Ausbildung in deutlich differenzierterer Form möglich sein soll. Neben der geplanten Hochschulausbildung bleibe der Zugang für qualifizierte Hauptschüler bestehen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) forderte angesichts des Pflegenotstands in Krankenhäusern und Altenpflegeeinrichtungen eine schnelle Umsetzung der Ausbildungsoffensive. „Der Pflegeberuf muss wieder attraktiv werden, um sich in der Konkurrenz um die Fachkräfte der Zukunft durchzusetzen“, erklärte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach.

In Deutschland fehlen zehntausende Pflegekräfte. Mit dem vom Bundestag verabschie­deten Pflegepersonal-Stärkungsgesetz sollen unter anderem in einem ersten Schritt 13.000 neue Stellen in der stationären Altenpflege geschaffen werden, vollständig bezahlt von der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung. © fos/kna/dpa/afp/aerzteblatt.de

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