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Medizin

Diagnostischer Marker für Neuroblastom beschrieben

Dienstag, 29. Januar 2019

/Jensflorian, Wikimedia

Mainz – Ein Protein namens PCF11 spielt bei der Differenzierung von neuronalen Zellen eine bedeutsame Rolle. Es eignet sich auch als diagnostischer Marker für eine Neuroblastom-Erkrankung. Das berichten Wissenschaftler um Sven Danckwardt vom Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin – Zentrallabor – der Universitätsmedizin Mainz in der Fachzeitschrift Nature Communications (2019; doi: 10.1038/s41467-018-07580-5). 

Neuroblastome sind der häufigste solide Tumor bei Kleinkindern und für etwa 15 % aller Krebstodesfälle bei Kindern verantwortlich. Sie zählen zu den Krebserkrankungen des Nervensystems und entstehen aus entarteten, beziehungsweise unreifen embryonalen Zellen des sympathischen Nervensystems, das bestimmte Funktionen, wie Herz- und Kreislauf sowie Darm- und Blasentätigkeit steuert.

Die Forscher nutzten für ihre Studie ein Zellkulturmodell eines Neuroblastoms. „Im Zuge unserer Forschung konnten wir nachweisen, dass PCF11 während der Embryonalentwicklung herunterreguliert wird. Dies ist essenziell für eine normale, neuronale Entwicklung. Bleibt PCF11 hoch, dann wird das neuronale Differenzierungsprogramm angehalten. Dies hat den Effekt, dass Tumorzellen aus entsprechenden neuronalen Vorläuferzellen entstehen“, erläuterte Danckwardt.

PCF11 eignet sich den Forschern zufolge als Biomarker für die prognostische Abschätzung des Neuroblastoms. Die Höhe des Proteinspiegels soll Auskunft darüber geben, wie der Verlauf der Erkrankung ist: Ein hoher PCF11-Spiegel bedeutet ungehemmte embryonale Proliferation, Invasion und Tumorstreuung.

Bei einem niedrigen PCF11-Spiegel ist hingegen eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine komplette spontane Tumorregression gegeben, was eine exzellente Prognose darstellt. „Dieser Marker scheint besser zu sein als alle anderen Marker, die bisher bei Kindern zur Anwendung kommen“, ist Danckwardt überzeugt.

Die Forscher hoffen auch auf therapeutische Optionen: Zum einen ließe sich durch das Herunterregulieren von PCF11 ein therapeutischer Nutzen erzielen, zum anderen konnten Danckwardt und sein Team nachweisen, dass die PCF11-vermittelte Differenzierung über einen Schlüsselregulator in der Signaltransduktion erfolgt und sich dieser im Prinzip relativ einfach therapeutisch manipulieren ließe. © hil/aerzteblatt.de

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