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Politik

Erste Ernte von Medizinalcannabis in Deutschland Ende 2020 erwartet

Montag, 28. Januar 2019

/dpa

Frankfurt am Main/Bonn – Im vierten Quartal 2020 soll es erstmals eine Ernte von in Deutschland angebauten medizinischen Cannabis geben. Das hat heute das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn mitgeteilt. Wie die Behörde mitteilte haben 79 Unternehmen in der laufenden Ausschreibung Angebote abgegeben. Die Zuschläge sollen bis Ende des ersten Halbjahres erteilt werden.

Das BfArM will Medizinalhanf unter Staatsaufsicht und mit hohen Qualitätsstandards anbauen lassen. Seit der Liberalisierung im Frühjahr 2017 erlebt medizinisches Cannabis hierzulande einen Boom, doch der Anbau verzögert sich – auch wegen Rechtsstreitigkeiten. So hatte ein Gericht im Frühjahr 2018 die erste Ausschreibung des BfArM gestoppt, weil die Fristen für Unternehmen zu kurz waren. Das ursprünglich geplante Anbaujahr 2019 war daher nicht zu halten. Auch im laufenden Verfahren gebe es wieder Bieterklagen, hieß es nun.

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Das BfArM schreibt 10,4 Tonnen Cannabis verteilt auf vier Jahre aus und damit wesentlich mehr als in der ersten Runde (6,6 Tonnen). Zusätzlich soll der Stoff weiter etwa aus Kanada und den Niederlanden importiert werden können, um die wachsende Nachfrage von Patienten zu stillen.

Unterdessen hat die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag darauf hingewiesen, dass die Prüfpflichten der Apotheken bei Cannabisblüten von der regulatorischen Einstufung des Produkts abhängen.

Fertigarzneimittel, die nicht in der Apotheke hergestellt worden seien, müssten stichprobenweise geprüft werden. In der Regel sei eine organoleptische (Geruch, Aussehen) Prüfung ausreichend. Ausgangsstoffe und Zwischenprodukte, die zur Arzneimittelherstellung in der Apotheke eingesetzt würden, müssten hingegen „vollumfänglich“ geprüft werden, schreibt die Bundesregierung weiter.

Möglich sei auch eine Prüfung von Arzneimitteln und Ausgangsstoffen durch Dritte und die Anerkennung von Prüfzertifikaten. In der Apotheke sei jedoch mindestens die Identität festzustellen. Die in Apotheken hergestellten Arzneimittel müssten die erforderliche pharmazeutische Qualität aufweisen. © dpa/afp/hib/aerzteblatt.de

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