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Demografische Veränderung: Medizinische und soziale Versorgung eng verzahnen

Dienstag, 29. Januar 2019

/Sondem - stock.adobe.com

Berlin – Für ein Altern und Sterben in Würde ist nicht allein eine gute medizinische Versorgung notwendig, sondern auch deren enge Verzahnung mit sozialen und wohnortgebundenen Angeboten. Das haben Experten auf dem 9. Kongress des Bundesverbandes Managed Care (BMC) in Berlin betont.

Während Ärzte ihren Fokus vielfach auf Symptome, Diagnosen, Laborwerte oder Medikation richteten, gehe es für die Betroffenen vor allem um eines: in Würde alt zu werden. Das bedeute für die meisten Menschen, zu Hause zu leben und dort auch sterben zu können, sagte Thuy-Nga Pham, Physician Lead und Assistant Professor der University of Toronto. Sie hat dafür ein Programm namens „Integrated Home Based Primary Care“ initiiert. Darin sorgen interdisziplinäre Teams im Südosten Torontos für eine koordinierte Versorgung alter Menschen in der eigenen Häuslichkeit.

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Dem stimmte Gregg Meyer, Chief Clinical Officer einer Initiative namens Partners HealthCare und Professor an der Harvard Medical School, zu. Medizinische Versorgung sei im Wirkungsgrad immer begrenzt, betonte er. Die Wohnsituation, gesundes Essen, Mobilität und das Eingebundensein in eine Gemeinschaft seien Faktoren, die einen wesentlichen Einfluss auf Gesundheit und Lebensqualität hätten. Die Verzahnung von gesund­heitlicher und sozialer Versorgung gehöre deshalb ganz oben auf die Agenda der Politik.

Der ehemalige Vizekanzler Franz Müntefering, jetzt Vorsitzender der Bundesarbeits­gemeinschaft der Seniorenorganisationen, griff diese Forderung auf. „Wenn es uns gelänge, Pflegebedürftigkeit beispielsweise um drei Jahre hinauszuzögern, ist damit für die Betroffenen, aber auch für das Gesundheitswesen sehr viel erreicht“, sagte er.

Nötig seien dafür niedrigschwellige Unterstützungsangebote, beispielsweise um Sturzunfälle in der eigenen Wohnung zu reduzieren. Müntefering appellierte aber nicht nur an die Politik, sondern auch an jeden Einzelnen: Sorge für die eigene Gesundheit zu tragen, sei gleichsam Bürger­pflicht. „Wer selbstbestimmt leben will, ist auch mit verantwortlich“, sagte er. © hil/aerzteblatt.de

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