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Politik

Bundesregierung will sichere Finanzierung für psychosoziale Beratung von Krebskranken

Dienstag, 29. Januar 2019

/RFBSIP, stockadobecom

Berlin – Die psychosoziale Beratung von Krebskranken und ihren Angehörigen steht in Deutschland offenbar auf wackligen Beinen. Dies soll sich aber ändern. Das verspricht die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag. Auf einen Zeitpunkt will sie sich dabei aber nicht festlegen.

Die Fragesteller verweisen in ihrer Kleinen Anfrage auf den nationalen Krebsplan (NKP), der 2008 vom Bundesministerium für Gesundheit, der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Tumorzentren initiiert wurde. „Alle Krebspatienten erhalten bei Bedarf eine angemessene psychoonkologische Versorgung“ heißt es dort unter Punkt neun.

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Die Bundesregierung stimmt dem uneingeschränkt zu: „An Krebs erkrankte Menschen benötigen vielfach Hilfe, die über die körperliche Behandlung ihrer Erkrankung hinausgeht“, heißt es in der Antwort. Rund die Hälfte der Betroffenen und ihrer Angehörigen litten unter erheblichen psychosozialen Belastungen, die unter Umständen eine entsprechende psychosoziale Krebsberatung erforderlich machten.

„Diese kann helfen, die Schwierigkeiten bei der Bewältigung der Krebserkrankung zu mindern und die Lebensqualität zu verbessern. Der Umstand, dass in Deutschland rund eine halbe Million Menschen im Jahr neu an Krebs erkranken und rund vier Millionen Menschen nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts aktuell oder zu irgendeinem Zeitpunkt ihres Lebens an Krebs erkrankt waren, verdeutlicht die sozialmedizinische Dimension dieses Themas“, schreibt die Bundesregierung weiter.

Gleichwohl stehe die Finanzierung dieses Angebots auf wackligen Beinen: „Die Finanzierung der bundesweit circa 150 vorhandenen regionalen Krebsberatungsstellen erfolgt derzeit heterogen und ist in vielen Fällen nicht nachhaltig gesichert. Häufig sind die Beratungsstellen auf Spenden oder sonstige Fördergelder angewiesen“, heißt es in der Antwort.

Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium habe daher das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf im August 2016 mit einer empirisch belastbaren Bestandsaufnahme der ambulanten und stationären psychoonkologischen Versorgungsangebote beauftragt. Der Abschlussbericht liege dem Ministerium seit Dezember 2018 vor.

Wann soll die Finanzierung nun neu geregelt werden? Hier will sich die Bundes­regierung nicht festlegen. „Sobald Beratungsergebnisse vorliegen, wird die Bundesregierung diese auswerten und Regelungsvorschläge zur Finanzierung der psychoonkologischen Versorgung erarbeiten“, schreibt sie. Ziel sei und bleibe „die Sicherstellung einer bedarfsgerechten, qualitätsgesicherten und nachhaltig finanzierten ambulanten psychosozialen Krebsberatung und die Erhaltung bewährter Strukturen und Angebote“, heißt es am Ende der Antwort auf die Kleine Anfrage. © hil/aerzteblatt.de

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