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Deutsche bewegen sich weniger, als sie glauben

Mittwoch, 30. Januar 2019

/Talya, stockadobecom

Gütersloh – Viele Deutsche bewegen sich zu wenig, glauben aber, körperlich ausreichend aktiv zu sein. Das berichtet die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe nach einer Umfrage unter 2.081 Menschen, die in Betrieben und Behörden arbeiten. Das Durchschnittsalter der Studienteilnehmer lag bei 50 Jahren.

Die Stiftung bat die Teilnehmer der Umfrage um eine Selbsteinschätzung zu ihrem Bewegungsverhalten. Dabei waren 92 Prozent der Meinung, dass sie sich ausreichend bewegen – auch wenn sie in anderen Bereichen wie Blutdruck und Gewicht teilweise kritische Werte aufwiesen.

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Tatsächlich allerdings erfüllen laut der Stiftung lediglich gut 40 Prozent der Bevölkerung die Vorgabe der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO). Diese empfiehlt wöchentlich mindestens 2,5 Stunden moderate körperliche Bewegung zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

„Aus unserer Sicht sind die 2,5 Stunden bereits zu tief gegriffen“, urteilt der Kölner Sportwissenschaftler Klaus Clasing. Im Auftrag der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe führt er Gesundheitschecks in Unternehmen und Organisationen durch und berät die Teilnehmer. Die hochgradig abweichende Selbsteinschätzung erklärt er mit mangelndem Gesundheitswissen.

„Die Teilnehmer sind oft völlig überrascht, wenn wir ihnen erklären, dass zum Beispiel Hausarbeit nicht in diese Bewegungsbilanz zu rechnen ist“, berichtet Clasing.

Auch die Tatsache, dass er bei seinen Gesundheitschecks in Unternehmen immer wieder Risikopatienten identifiziere, die bisher nichts von ihrem kritischen Gesundheitszustand wüssten, sei „ein deutliche Belege dafür, dass wir in Sachen gesundheitlicher Aufklärung in Deutschland noch lange nicht so weit sind, wie wir meinen“, so Clasing.

Er fordert daher mehr Aufklärungsarbeit. „Wir brauchen deutlich größere Anstrengungen in der Prävention. Gerade die betriebliche Gesundheitsvorsorge eignet sich hervorragend dafür, Zielgruppen zu erreichen, die in der Regel weniger empfänglich für Prävention sind. Durch den persönlichen Kontakt wirken solche Instrumente deutlich nachhaltiger als mediale Kampagnen“, betont er. © hil/aerzteblatt.de

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