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Medizin

Neurologen sehen Probleme beim Wechsel auf wirkstoffgleiches Epilepsiemedikament eines anderen Herstellers

Mittwoch, 30. Januar 2019

/rogerphoto, stockadobecom

Berlin – Auf Probleme bei der Umstellung der Epilepsiemedikation auf ein wirkstoffgleiches Präparat eines anderen Herstellers weisen die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und die Deutsche Gesellschaft für Epileptologie hin. Die Fachgesellschaften zitieren in diesem Zusammenhang eine aktuelle Studie in der  Zeitschrift Annals of Neurology (2019; doi: 10.1002/ana.25353). Diese hatte ergeben, dass bei einem derartigen Medikationswechsel das Risiko, epileptische Anfälle zu erleiden, um mehr als 30 % steigt.

Etwa 800.000 Menschen in Deutschland leiden an wiederkehrenden epileptischen Anfällen. Diese Patienten werden mit Antikonvulsiva behandelt. Verschiedene Substanzen dieser Medikamentengruppe sind auf dem Markt. Wenn eine Substanz keinen Erfolg zeigt, versuchen Neurologen eine andere. Etwa 2 Drittel der Patienten können erfolgreich behandelt werden und bleiben unter der Therapie mit einem Antikonvulsivum langanhaltend anfallsfrei.

„Hat die Behandlung Erfolg, sollte immer von einem Wechsel der Medikation abgesehen werden. Frei nach dem Motto ‚never change a running system’ macht es keinen Sinn, einem Patienten einen neuen Wirkstoff zu verschreiben, wenn er unter der bisherigen Therapie gut eingestellt ist, also beschwerdefrei ist und keine nicht tolerierbaren Nebenwirkungen auftreten“, empfehlen die Fachgesellschaften.

Die neue Studie zeige aber, dass nicht nur der Wechsel von einer Substanz zu einer anderen problematisch ist, sondern schon der Wechsel von der einen Substanz eines Herstellers zu der gleichen Substanz eines anderen Herstellers. Die Studie hat dafür Daten von über 30.000 Epilepsiepatienten ausgewertet, die von 163 Neurologen in Deutschland behandelt wurden.

„Wie alle Ärzte unterliegen wir dem Wirtschaftlichkeitsgebot und versuchen, möglichst häufig die kosteneffizientesten Präparate einzusetzen. Doch jeder Herstellerwechsel bei einem Antikonvulsivum kann zu Anfallsrezidiven führen, was wir natürlich zum Wohl unserer Patienten vermeiden möchten“, erklärte der Erste Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie, Hajo Hamer.

Was ist der Grund für die Anfallsrezidive? „Nach heutigem Wissensstand ist davon auszugehen, dass ein Hersteller- oder Präparatewechsel die Adhärenz reduzieren kann“, informiert die Fachgesellschaft. „Wenn ein Herstellerwechsel notwendig ist, sollten die Patienten von dem behandelnden Facharzt darüber aufgeklärt werden, dass allein eine Veränderung der Erscheinungsform der Tablette oder der Verpackung keine pharma­kologischen Auswirkungen hat“, empfiehlt sie. Außerdem könnten Kontrollen des Blutspiegels vor und nach einem Herstellerwechsel sinnvoll sein, um die Adhärenz zu überprüfen.

Im stationären Setting sollten die Patienten außerdem über oft notwendige passagere Herstellerwechsel und deren nach jetziger Datenlage unbedenklichen pharma­kologischen Auswirkungen aufgeklärt werden. Bei Neueinstellungen oder erforderlichen Umstellungen der antiepileptischen Therapie sollten Neurologen aus ökonomischen Gründen möglichst von vornherein kostengünstige Präparate ansetzen, empfehlen die Gesellschaften. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #768286
Nofri
am Donnerstag, 13. Juni 2019, 19:13

Cannabis: Anfallsunterdrückung und-Vermeidung ein aktueller Erfahrungsbericht

Mein Sohn wird als medikamenetenresistent eingestuft bei fokal generalisierender Epilepsie und 5 verschiedenen Medis, die nicht halfen. (Beitrag unten...wir wissen nicht, ob es vll. nur der falsche Hersteller ist/war) Nun hat sich gezeigt, dass er seit Beginn (14 bei Einsetzen der Pubertät) keine längere Zeit anfallsfrei war, egal was wir verabreichten. Statt dessen schlimme Nebenwirkungen, die ich jetzt nicht thematisiere. Dann letzten Sommer plötzlich 10 Wochen anfallsfrei - bis er gestand Cannabis zu konsumieren. (Natürlich war ich da erst erschrocken!) Das war aber gleichfalls eine Erkenntnis und ein Fortschritt (wenn auch vorerst illegal). Nun - wir hatten Glück und eine Ärztin verschrieb ihm offiziell Cannabis. So erhielten wir das verfügbare per Apotheke - auf Privatrezept, weil das MDK ablehnte - er wäre noch ein "Kind" 1,88 m und damals 108 kg (jetzt 81) und die Nebenwirkungen wären nicht absehbar (bitte beachten, dass er durch medikamente Wortfindungsstörungen erlitt, in wenigen Monaten 30 Kg zunahm bis die Haut riss und er nun am ganzen Körper Narben aufweist, Schwindelatacken hatte, Verhaltensabnormitäten, Lernprobleme und das am Gymnasium, die keine Rücksicht nahmen - das waren alles Nebenwirkungen, welche tolerierbar sind gewsen wären, hätten wir da nicht Stopp gesagt und die Ärzte gezwungen das Zeug zu ändern) Das dieser unhaltbare Zustand jetzt aber plötzlich durch Cannabis verbessert hatte - nämlich wenigstens lange Anfallsfreiheit vorlag, wie noch nie zuvor, war das Hinweis genug, dass es helfen musste und somit eine wirkliche Option darstellt. Das Grundproblem ist und war, dass man nicht immer das gleiche Produkt Cannabis erhalten kann, somit bleibt die Vergleichbarkeit auf der Strecke. Und so kam es wie es kommen musste. Plötzlich nahmen die Anfälle zu! Wir hatten Indica (Sorte Bedica) bestellt. Die Annahme bestand darin, dass diese Sorte stark beruhigend ist und damit hilfreich für den Schlaf und die überaktiven Nerven wirken könnte. (seine Anfälle kommen überwiegend nach dem Erwachen) Dies war falsch. Aus dem Neurofeedback war uns aber bekannt, dass (nur) die Thetawellen meines Sohnes zu stark waren/sind - er also in einem quasi "hypnotischen" Müdigkeitszustand war (das war schon vor dem Cannabis und dagegen konsumierte er Energy!!!was auch Anfälle einbrachte) ergo bedurfte es daher eher einer Aktivierung statt Sedierung! (Ähnlich wie bei ADHS, die bekommen ja auch aufputschende Mittel, um ruhig zu werden! Dies ist die Logik einer beobachtenden Mutter) Und wir wechselten auf 50/50 Sativa/Indica. Sofort hörten die Anfälle (myoklonische Zuckungen) wieder auf. Weitere Erkenntnis. Seit Cannabis (0,5 g am Abend inhaliert) sind die Anfälle leichter und kürzer (unter 1- 2 Minuten). Er kann im Anfall leicht atmen bzw. ist die Atemspastik leichter, sodass er wenigstens etwas Luft einziehen kann im Krampf. Auch das ist eine Verbesserung, die erst seit Cannabis eintrat. Und was noch sehr interessant ist, egal welche Sorte: Er kann, wenn ein Anfall droht und es noch Zeit bleibt mit sofortiger Cannabis Inhalation den Anfall verhindern und das nicht nur an dem Tag, wenn der Anfall kurz bevor steht, sondern der Anfall bleibt komplett weg-nachhaltig. Die Anfälle insgesamt sind noch nicht weg. Aber dazu muss ich auch sagen, die Dosis, die er nimmt ist eher gering. Er ist ja noch in der Schulpflicht und auch hinsichtlich der Finanzierbarkeit stoße ich an Grenzen des Machbaren dank der deutschen Politik und der Allmacht des MDK, dessen sich meine KK beugen musste. Als er im Sommer 10 Wochen anfallsfrei war nahm er mehr vll. 1-1,5 Gramm am Tag. Vielleicht wäre das die ausreichende Dosis zur kompletten Anfallsfreiheit, die uns aber leider nicht möglich ist. Hinsichtlich Suchtentwicklung oder negativem Verhalten: Ab dem Moment, als er erfuhr es gibt einen anderen Weg, es gibt Hoffnung war er wie ausgewechselt. Er lernte wieder fleissig, er war fröhlicher und er fand, dass er gar nicht 1g brauche, sondern nur 0,5 auch reichen würden. (und das von einem 16 Jährigem! - nix mit Missbrauch oder Suchtgeschehen/Steigerung der Dosis). Alkohol trinkt er keinen Tropfen, denn das verträgt sich nicht mit Cannabis - und auch nicht mit Epilepsie (aber das hatte ihn vorher nicht gehindert) Ich als Mutter kann also nur sagen Cannabis hilft, wenn man die richtige Sorte hat und die richtige Menge. Auf jeden fall als Notfallmedi - das hat schon oft geholfen!...Nebenwirkungen nur Müdigkeit ca. 4 h lang, aber er soll eh schlafen Nachts. Er nimmt immer noch Lamotrigin und Vimpat, aber das hatte vorher nicht geholfen und hilft auch jetzt nicht wirklich. (siehe unten mein Beitrag Generika) Ich wünschte, die Ärzte würden sich mehr damit beschäftigen, dass Cannbis für kranke Menschen denen die Pharma nicht helfen kann keine Spaß-Droge ist, sondern zu allererst eine besondere Medizin, wenn man sich damit beschäftigt, erkennt man auch weshalb. Vielleicht sind einige Arten Epilepsie auch auf einen Endocannabioidmangel zurückzuführen, wenn man keinen Grund findet, weshalb diese Erkrankung auftritt...und das wäre dann eine ganz andere Erklärung, weshalb die etablierten Medikamente gar nicht helfen können, diese Pflanze aber schon. Es wäre ähnlich dem Insulinersatz...Und es würde eventuell auch begründen, dass wenn ein Endoccannabioidmangel vorläge, es gar nicht zur Sucht bei dem Betreffenden kommen würde, da das extern zugeführte Cannabioid nur das mangelnde Körpereigene ersetzen würde! Diese Sicht ist für mich (ich bin Laie) logisch...
Dies war ein Erfahrungsbericht, für alle diejenigen, die Interesse haben wirklich neue Wege zu gehen, als Arzt und offen sind über den Tellerand zu sehen oder für Personen, die sich noch nicht trauen, weil irgend wann mal jemand gesagt hat das Cannabis eine Suchtdroge ist...und sich das so etabliert hat obwohl es früher immer schon ein Heilmittel war und hoffentlich wieder diesen Stellenwert einnehmen darf. Ansonsten bin ich gegen jeder Art von Sucht-Drogen, Tabak oder derartige Mittel. Aber Wissen lässt Umdenken und Erkenntnis hilft, wenn der Patient verlassen wurde von der etablierten Medizin.Wer heilt/hilft hat Recht! Momentan sehe ich die Nebenwirkungen unserer (in unserem Falle der Nichtwirksamkeit) Epilepsiemedikamente als Hauptwirkung. Wenn sie nämlich nicht helfen die Haupterkrankung zu verhindern, verusachen sie damit ausschließlich einen Nebenschaden in Form von Nebenwirkungen und dürften dann nicht weiter verordnet werden. Doch das geschieht trotzdem und das ist damit eigentlich eine Körperverletzung oder Fehlbehandlung mangels besserer Ideen?
Avatar #768286
Nofri
am Donnerstag, 13. Juni 2019, 18:09

Epilepsiemedikamente und Generika

Es ist nicht verwunderlich, dass manche Patienten nicht anfallsfrei werden. Wie kann man auch überprüfen, ob ein bestimmtes Präparat hilft oder nicht, wenn von einem Präparat z.B. Lamotrigin verschiedene Hersteller/ Generika herstellen, wo die Bioverfügbarkeit 85-125 % differieren kann. Nicht nur das. Noch merkwürdiger scheint die Tatsache, dass in den Nebenstoffen - vergleicht man da die Inhaltsstoffe- von Acesulfam bis Aluminiumhydroxid (soll das nicht Alzheimer befördern und das bei hirngängigem Medikament?), synthetische Geschmacksstoffe usw. enthalten sein können, wo man sich doch fragt - haben die etwa keine zusätzliche biochemische Wirkung? Und wenn ja, was anzunehmen ist, wie kann man dann hoffen, das diese nicht anfallsfördernd sind oder gar dazu beitragen, dass die Medikamente nicht richtig wirken und der Patient als für dieses Medikament letztendlich resistent gilt - obwohl er es viellicht gar nicht ist/wäre, hätte er das Originalpräparat das keinezusätzlichen (weshalb überhaupt?) Nebenstoffe enthält (meist aus deutscher Generika Produktion) erhalten! Wir haben es hier mit mehreren Unbekannten zu tun. Einmal die Freisetzungskaskade der Hauptmittel, die verschieden ist, dann die Bioverfügbarkeit (und da sind 10 % schon oft ausschlaggebend ob anfallsfrei oder nicht) sowie die Nebenstoffe, die z.T. höchst bedenklich sind. Als weiterer unbekannter Faktor möchte ich darauf verweisen findet sich, dass Produktionsstätten, wie in Hyderabad: z.Bsp. Lamotrigin Aurobindo zwar am Anfang kontrolliert werden (aber nicht permanent), jedoch die Zulieferprodukte zur Herstellung meist aus China kommen und keinesfalls immer den geforderten Qualitätsansprüchen genügen. Auffällig ist dies schon geworden, z.Bsp. (selbst erlebt) wenn man eine neue Packung öffnet und nur 3 Blister drin sind, statt sonst 4. Oder man mit einer neuen Packung beginnt und just plötzlich Anfälle stark zunehmen. Oder Patienten berichten...sie nehmen seit Jahren gleiches Medikament, wie immer und plötzlich ist ihr Wirkspiegel gegen Null(nachgewiesen im Krankenhaus und mit Ratlosigkeit festgestellt durch behandelnde Ärzte)! Das sollte alles bedacht werden, wenn man vorschnell einen Medikamenetnresistenz vermutet. Wären diese Medikamente wirklich vergleichbar, dann dürften auch keine Anfälle auftreten bei Wechsel. Aber so weiß man nicht einmal wie hoch die neue Dosis sein muss, da die Bioverfügbarkeit erst ausgetestet werden muss. Und dies ist eine Katastrophe für jeden betroffenen Patienten. .Jeder große Anfall kann tödlich enden, jede Veränderung ist also gleichzeitig eine große Gefahr die durchaus tödlich enden kann. Stelle man sich dies bei anderen Medikamenten vor - nicht auszudenken, wenn Unklarheiten bei der Dosierung bestünden. Mein Fazit ist daher: 30 % aller Epileptiker haben wahrscheinlich nur Pech, ein Präparat zu haben, dass unzureichend wirkt (damit eine Resistenz oder Unwirksamkeit vortäuscht!) bzw. eine enorme Schwankung hinsichtlich des Inhaltes aufweisen könnte und so zu Episoden verstärkter Anfallstätigkeit führen könnte, ohne dass man damit die Medikamente hinsichtlich deren Qualität ins Kalkül zieht. Als Beispiel schrieb eine betroffene Mutter, dass Ihre Tochter 9 Jahre Anfallsfrei war mit Lamotrigin (deutsches Produkt), bis sie den Hersteller wegen Lieferengpass (Auslandsprodukt) wechseln musste. Sofort traten verstärkt Anfälle auf - das dürfte nicht sein denn, als sie wieder zurück wechseln konnte verschwanden die Anfälle sofort und blieben auch weg. das bedeutet nichts anderes, als das es nicht zur Resistenzbildung kam, sondern vielmehr das Produkt ein Problem hatte. Hätte sie dieses Produkt von Anfang an erhalten, so wäre sie vll. nie anfallsfrei gewesen!? - und hätt sich damit abgefunden! Was mutet man eigentlich Patienten zu, es mutet an, als seien sie nur Versuchskaninchen, wenn man nicht einmal sicher sagen kann, das Medikament xy in Höhe z eingenommen werden kann, um zu helfen. Nein...hier und genau hier muss man ewig herumprobieren und weiß niemals ob es die richtige Dosis ist, da gerade bei Epilepsietabletten niemals eine Spannweite der Wirkstoffverfügbarkeit von bis 25 % zugelassen hätte werden dürfen. Die Limitierung beim Patienten liegt nur im Ertragen der Nebenwirkungen oder eben beim Erreichen der Anfallsfreiheit (wenn man Glück hat) bevor die nebenwirkungen unerträglich werden. Dies ist ein Zustand den keiner untersucht hat, der aber eine Katastrophe für die Betroffenen ist, denn bei Ihnen hängt ein ganzes Leben und eine mglw,. eingeschränkte oder nicht mögliche Erwerbstätigkeit dran. Das sollte man kostenmäßig auch beachten, wenn man die Medikamente in Indien oder sonstwo herstellen läßt, um Kosten zu sparen und Gewinne zu maximieren. Der Verlierer ist der Patient. Diese Generika aus der Dritten Welt dürfen nicht hier vertrieben werden. bei Antibiotika habenw ir es schon gesehen - Multiresistente Erreger aus Hyderabad werden auf der Welt verteilt (nachweislich lt. Recherchen eines Infektologen Uni Leipzig). Bei Krebsmedikamenten hat man es schon erlebt - unzureichende Wirkstoffkionzentration bzw. gar keine Wirkstoffe und nun...wahrscheinlich auch hier...wer kontrolliert das eigentlich? Wer würde das tun?
Avatar #683778
Freudi
am Donnerstag, 31. Januar 2019, 00:31

(Guter) alter Wein - mal wieder im neuen Schlauch!

Hier werden wirklich schon sehr, sehr lange bekannte Fakten mal wieder etwas aufgefrischt - und das ist sicher (und leider) immer noch dringend notwendig!
Schon vor Jahrzehnten haben die Epileptologen (wohl als Erste?) von diesen Tatsachen gewusst und geschrieben.
Soweit ich weiß, ist bei Nachfolgepräparaten immer noch eine Bioverfügbarkeit von 80-125%(!!) im Vergleich zum Originalpräparat gesetzlich gestattet. Aus meiner Sicht ein Unding, das eben dann nach Umstellung nicht selten zu neuen UAW, oder aber aber Anfallsrezidiven führt.
Vor vielen Jahren, als es auch immer mehr generische Antidepressiva (SSRI, SNRI etc) gab, habe ich aus diesen Gründen den den üblicherweise eher kritisch eingestellten "Arzneimittellbrief" um Stellungnahme gebeten (auch unter ausdrücklichem Hinweis auf die schon länger publizierten Erfahrungen aus der Epilepsie-Behandlung!). Die kurze Antwort zeugte von wenig Interesse an diesem doch wirklich bedeutenden Problem: "Das sind Behauptungen der Hersteller der Originalpräparate!"
Die unselige gesetzliche erlaubte Breite der Bioverfügbarkeit müsste dringend geändert werden....
LNS

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