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Altenpflegeberuf für Schulabgänger wenig attraktiv

Dienstag, 29. Januar 2019

/dpa

Berlin – Der Pflegeberuf ist für Schulabgänger offenbar wenig attraktiv, besonders der Altenpflegeberuf. Das zeigt eine neue Studie des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP). 1.532 Schüler zwischen 14 und 18 Jahren wurden dafür zum Thema Pflege befragt.

Insgesamt sechs Prozent von ihnen halten es demnach für sehr wahrscheinlich, beruflich nach ihrer Schulzeit in der Kranken-, Kinderkranken- oder Altenpflege zu arbeiten. 2,6 Prozent zieht es in die Altenpflege. „Zieht man von diesen 2,6 Prozent diejenigen ab, die sich zwar sehr für die Altenpflege interessieren, aber ebenso für mindestens einen anderen Pflegeberuf, verbleibt nur eine sehr kleine Gruppe, für die die Altenpflege von vorrangigem Interesse wäre“, berichten die ZQP-Studienautoren.

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Für Schüler, die die Hochschulreife anstreben, scheint die Altenpflege noch weniger attraktiv zu sein als für diejenigen, die einen mittleren Schulabschluss oder Hauptschulabschluss anstreben: Nur 2,0 Prozent der angehenden Abiturienten sind laut Studie entsprechend motiviert im Vergleich zu 3,4 Prozent der anderen Schüler.

„Die Altenpflege ist ein anspruchsvoller Beruf, der fachlich immer herausfordernder wird. Denn gerade in stationären Einrichtungen werden viele hochaltrige Menschen mit Mehrfacherkrankungen versorgt“, sagte Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des ZQP. Es „liege auf der Hand“, dass die Arbeitsbedingungen vielerorts dringend verbessert werden müssten, um für Arbeitskräfte attraktiv zu sein.

„Unsere Daten bestärken die Vermutung, dass das Ansehen der Altenpflege bei den meisten Schülern aktuell nicht gut ist, auch wenn die Zahlen der Ausbildungsanfänger zuletzt gestiegen waren“, warnte Suhr. Wichtig seien unter anderem mehr Gestaltungsfreiräume im Beruf, eine bessere Bezahlung und attraktive Aufstiegschancen.

Laut dem Institut fehlen in Deutschland bis zum Jahr 2030 rund 130.000 zusätzlich benötigte Kräfte in der Altenpflege. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #106024
Mabued
am Samstag, 2. Februar 2019, 08:25

Mabued

2018 war ich als Rentner 2x für je 3 Wochen im Balkan und habe mit mehreren jungen Menschen über ihr Interesse an der Krankenpflege/Altenpflege gesprochen. Kaum jemand hat wirkliches Interesse an dem unattraktiven Beruf (völlig unregelmäßige Arbeitszeiten, häufige Nachtarbeit, oft 3 Wochenenden im Monat durch Dienste zerstört, durch hohen Personalausfall immer wieder Extrembelastung ...) . Als Türöffner für eine Verwaltungstätigkeit im Bereich der Pflege in Deutschland würden sie die Ausbildung eventuell nutzen.
Wie vor 45 Jahren überbrücken auch bei uns noch viele junge Menschen die lange Wartezeit (bei mir waren das 6 Jahre - auch jetzt sind es noch 6 Jahre) bis zum Beginn des Medizinstudiums (aber auch andere Studiengänge) mit einer Ausbildung in der Pflege und dem Rettungsdienst. Schon während der Ausbildung erhält man ein Gehalt und während des Studiums hat man sichere Einnahmen. So habe auch ich unabhängig von meinen Eltern 12 Jahre als Pfleger ausreichend Geld verdient und musste wegen des Studiums kaum Steuern zahlen. Dabei habe ich Ausbildungsplätze in der Pflegehilfe, Krankenpflege, Rettungsdienst blockiert und stand in diesen Berufen nur 12 Jahre zur Verfügung. Erst 13 Jahre nach dem Abitur habe ich richtig Steuern gezahlt - und das auch wegen der langen Wartezeit nur sehr verkürzt. Politiker haben bis jetzt diese Ausbildungs- und Steuerkatastrophe noch nicht verstanden.
LNS

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