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Politik

Tabak­plakatwerbung in Deutschland besonders präsent

Dienstag, 29. Januar 2019

/dpa

Heidelberg – Tabakwerbung auf Plakatwänden ist in Deutschland wesentlich präsenter als in anderen Ländern. Das geht aus einer neuen Untersuchung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in acht europäischen Ländern hervor. Danach haben 53 Prozent aller Raucher in Deutschland im vergangenen halben Jahr Tabakwerbung wahrgenommen. Besonders hoch ist die Wahrnehmung laut der Untersuchung bei jüngeren Menschen: Bei den 18- bis 24-jährigen Raucher lag der Anteil bei 61 Prozent.

Für die von der Europäischen Union geförderte Studie, die im Fachjournal Tobacco Induced Diseases erschienen ist (2019; doi: 10.18332/tid/94828), wurden rund 10.000 Raucher aus acht Ländern befragt. Dabei bemerkten rund 39 Prozent die Werbung auf Plakaten, 40 Prozent innerhalb von Verkaufsstellen und 35 Prozent an der Fassade von Geschäften. In den anderen untersuchten Ländern nahmen die Teilnehmer deutlich seltener diese Tabakwerbung wahr, vor allem in jenen Ländern, in denen weitreichende Werbeverbote für Tabak gelten, wie England, Polen oder Ungarn.

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„Tabakwerbung hält die jungen Menschen davon ab, mit dem Rauchen aufzuhören und motiviert sie, mehr zu rauchen“, sagte Ute Mons, Leiterin der Stabsstelle Krebs­prävention im DKFZ und verantwortlich für die Studie. Besonders dramatisch sei, dass die Wahrnehmung der Zigarettenwerbung unter den 18- bis 24-jährigen Rauchern am höchsten sei. Damit erreiche Tabakwerbung eine ihrer wichtigsten Zielgruppen, warnte Mons. 

Sie wies darauf hin, dass bei einer öffentlichen Anhörung im Dezember 2018 im Bundestag alle sechs geladenen unabhängigen Sachverständigen ein Verbot der Tabakaußenwerbung empfohlen hätten. Ein solches Werbeverbot werde derzeit in den Fraktionen neu diskutiert. Auch die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) plädiert für ein Werbeverbot. „Es ist grob fahrlässig, dass die Politik die Vermarktung von Tabak an junge Menschen noch zulässt“, sagte dessen Sprecherin Barbara Bitzer. © hil/aerzteblatt.de

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