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Tarifverhandlungen bei Helios offenbar wenig harmonisch angelaufen

Mittwoch, 30. Januar 2019

/dpa

Berlin – Die Gespräche für einen neuen Konzerntarifvertrag bei Helios für 35 Akutkliniken mit mehr als 18.000 Beschäftigten sind offenbar wenig harmonisch angelaufen. Auf ein vermeintlich tolles Angebot von Helios bei der ersten Verhandlungsrunde reagierte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi verschnupft.

Helios hatte gestern erklärt, man habe Verdi ein Angebot für einen eigenständigen Pflegetarifvertrag unterbreitet. Verhandlungsführerin Dorothea Schmidt verband mit diesem Schritt ein wichtiges Signal für die Pflegekräfte in den Krankenhäusern. „Die Pflege benötigt besondere Maßnahmen in einer besonderen Zeit. Wir haben verstanden“, sagte sie.

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Das Angebot sieht laut Helios eine für alle Pflege- und Pflegehilfskräfte einheitliche Eingruppierungs- und Tabellenstruktur vor. Bislang befindet sich diese Berufsgruppe historisch bedingt in unterschiedlich gestalteten Entgeltstrukturen. Die Frage der Refinanzierung der Personalkosten bleibe dabei bewusst außen vor, so der Konzern. Man freue sich auf die weiteren Verhandlungsrunden und sei „überzeugt“, mit dem Vorstoß einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des Pflegeberufes zu leisten.

Verdi zeigte sich hingegen empört über den Vorschlag und sprach von einer „Ohrfeige“ für einen Großteil der Belegschaft. Gleich in der ersten Verhandlungsrunde am 29. Januar habe Helios mit der Forderung nach einem Tarifvertrag ausschließlich für die Pflege provoziert. „Anderenfalls, so die arrogante Aussage, gebe Helios, was zu geben sei und mehr nicht. Ein Angebot zu unseren Forderungen über Lohnerhöhungen für alle Beschäftigten gab es nicht“, schreibt Verdi.

Die Gewerkschaft betonte, es sei grundsätzlich überfällig den Konzerntarifvertrag anzupacken. Wenn Helios nun die „historisch bedingten unterschiedlich gestalteten Entgeltstrukturen“ für die Pflege verbessern wolle, sei das zwar richtig. Die Pflege aus dem gemeinsamen Tarifvertrag herauszubrechen sei allerdings der falsche Weg. „Die Weiterentwicklung des Konzerntarifvertrages biete alle Möglichkeiten, notwendige Verbesserungen zu vereinbaren“, hieß es. Ein Krankenhaus funktioniere als ein organisches Ganzes, in dem alle Berufsgruppen zusammenarbeiteten.

Verdi betonte, es gehe nun darum, dem „Spaltungsversuch eine klare Antwort zu geben“. Die Gewerkschaft rief alle Mitglieder auf, sich an Aktionen zu beteiligen. „Dieser Konflikt wird alleine am Verhandlungstisch nicht gelöst werden“, mutmaßte die Gewerkschaft.

Die Tarifverhandlungen sollen am 20. Februar 2019 in Berlin fortgesetzt werden. Verdi fordert unter anderem acht Prozent mehr Gehalt für alle Beschäftigten, 300 Euro auf die Tabelle für die Pflege und 100 Euro im Monat mehr für die Auszubildenden. Darüber hinaus sollten die Eingruppierungsregelungen verbessert und ein 13. Monatsgehalt verhandelt werden. Dieses soll die bisherigen Regelungen zur Jahressonderzahlung/Weihnachtsgeld ablösen, hieß es.

© may/aerzteblatt.de

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