NewsPolitikPrivatversicherte sollen für Organspendereform mitzahlen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Privatversicherte sollen für Organspendereform mitzahlen

Mittwoch, 30. Januar 2019

/dpa

Berlin – Nachdem Rufe – unter anderem der Grünen – laut geworden waren, dass die private Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) Verbesserungen bei der Organtransplantation mitfinanzieren muss, hat sich diese heute dafür offen gezeigt.

Selbstverständlich werde die PKV nach dem Inkrafttreten der geplanten Organspendereform anfallenden Mehrkosten für eine bessere Organisation und Bezahlung von Organtransplantationen mitübernehmen, versicherte heute Norbert Loskamp vom Verband der privaten Kran­ken­ver­siche­rung bei der öffentlichen Expertenanhörung im Bundestag zum Entwurf eines Zweiten Gesetzes zur Änderung des Transplantationsgesetzes. Auch die Beihilfe werde einen fairen Anteil zahlen – selbst, wenn das nicht explizit im Gesetz verankert sei.

Anzeige

Der GKV-Spitzenverband hat daran offensichtlich keinen Zweifel. Teilweise sei es zwar schwierig, die Finanzierung zwischen gesetzlicher Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) und PKV zu gestalten, räumte Wulff-Dietrich Leber vom GKV-Spitzenverband ein. Die Vergütung der anfallenden Mehrkosten bei der Organtransplantation könne aber über leistungsbezogene Entgelte geregelt werden. „Das ist einfach ins Gesetz zu schreiben“, meinte Leber bei der Anhörung.

Auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) vertritte diese Ansicht. Er sehe bei der Finanzierung keine Probleme im Zusammenspiel von PKV und GKV, sagte Georg Baum, Hauptgeschäftsführer der DKG, heute im Bundestag.

Die Mehrkosten werden im Gesetzentwurf des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums mit jährlich 35 Millionen Euro beziffert. Krankenhäuser sollen für den gesamten Prozess einer Organtransplantation besser vergütet werden, insbesondere sollen Transplantationsbeauftragte freigestellt und finanziert werden. Außerdem soll bundesweit ein neurologischer Bereitschaftsdienst eingerichtet werden, um zu gewährleisten, dass flächendeckend qualifizierte Ärzte zur Feststellung des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls zur Verfügung stehen.

Die Grünen hatten im Vorfeld der Anhörung scharfe Kritik an den Plänen von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) geübt, die Mehrkosten für die bessere Organisation und Bezahlung von Organtransplantationen allein auf gesetzlich Krankenversicherte abwälzen zu ollen.

Die Privatversicherten seien ausgenommen, obwohl auch sie von der geplanten Reform profitierten, kritisierte die Grünen-Gesundheitsexpertin Kirsten Kappert-Gonther gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Das sei ungerecht und müsse dringend geändert werden, betonte sie. „Organspende geht alle an, daher sollten auch die Kosten von allen getragen werden.“ Die private Kran­ken­ver­siche­rung müsse mit in die Pflicht genommen werden, forderte Kappert-Gonther. © ER/kna/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. April 2019
Berlin – Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hat ein Positionspapier erarbeitet, um Ärzte beim Thema Organspende und erweitertem intensivmedizinischen
Organspende: Neue Entscheidungshilfe für Ärzte bei intensivmedizinischem Behandlungsbedarf
17. April 2019
Berlin – Eine deutsche Krankenkasse hat die Kosten für eine Lebendspende nur dann zu übernehmen, wenn diese nach dem deutschen Transplantationsgesetz zulässig ist. Dies gilt auch dann, wenn der
Kassen müssen Lebendspenden im Ausland nur bei Einhaltung deutschen Rechts bezahlen
15. April 2019
Vatikanstadt – Papst Franziskus hat für Organspenden geworben. Der Bedarf sei weiterhin hoch; eigene Organe für Kranke zur Verfügung zu stellen, entspreche nicht nur der sozialen Verantwortung,
Papst wirbt für Organspenden
5. April 2019
Augsburg – Einen weitreichenden Vorschlag zur Reform der Organspende hat die Deutsche Gesellschaft für Gesundheitsökonomie (dggö) vorgelegt. Sie forderte heute in Augsburg nicht nur die Einführung
Gesundheitsökonomen wollen Organspende radikal verändern
5. April 2019
Berlin – Die Mehrheit der Bundesbürger kann sich laut einer Umfrage mit der Organspendeinitiative von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) anfreunden. In einer Befragung des
Mehrheit der Bundesbürger bevorzugt Widerspruchslösung
3. April 2019
Berlin – Der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, hält die von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) vorgeschlagene Widerspruchslösung bei der Organspende unter
Ehemaliger Verfassungsrichter nennt Bedingungen für Spahns Organspendemodell
1. April 2019
Berlin – Pünktlich zum Inkrafttreten der im Februar beschlossenen gesetzlichen Strukturänderungen in der Transplantationsmedizin hat Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) heute gemeinsam mit
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER