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Stasiunterlagen­behörde prüft Aktenfund von Ex-Klinik in Berlin

Mittwoch, 30. Januar 2019

/dpa

Berlin – Rund zwei Wochen nach einem großen Dokumentenfund auf dem Gelände einer früheren Klinik der DDR-Staatssicherheit in Berlin haben sich Experten für Stasiunterlagen persönlich eingeschaltet. Archivare würden sich den Fund im Laufe des Tages anschauen, sagte eine Sprecherin des Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen heute. Die Erwartungshaltung, dass es sich um von der DDR-Staatssicherheit angelegte Dokumente handelt, sei angesichts bisher bekannter Beschreibungen und Fotos aber gedämpft.

Die Überprüfung soll demnach vielmehr letzte Gewissheit bringen, dass der Verdacht einer möglichen Stasiurheberschaft entkräftet ist. Erste Ergebnisse lägen frühestens morgen vor, sagte die Sprecherin. Es sei schnell geklärt, wenn erwartungsgemäß keine Stasiunterlagen enthalten sein sollten. Stasiunterlagen müssten dem Behördenarchiv überlassen werden.

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Der Fund von Akten, der unter anderem OP-Protokolle aus den Jahren 1962 bis 1979 umfasst, betrifft schätzungsweise 25.000 frühere Patienten. Sie waren Mitte Januar auf einem seit Jahren verlassenen Ex-Klinikgelände in Berlin-Buch gefunden worden – in einem Wandschrank, in dem nach Klinikangaben ansonsten Kabelversorgung und Haustechnik untergebracht waren. Bei einem Umzug 2007 waren die Papiere offenbar vergessen worden. Auf dem Areal befanden sich zu DDR-Zeiten neben einer städti­schen Klinik auch zwei besonders gesicherte, für die Öffentlichkeit unzugängliche Krankenhäuser der Regierung und der Stasi.

Mutmaßlich von der Datenpanne betroffene frühere Patienten haben sich bisher kaum gemeldet. „Es gab drei Patientenanfragen“, sagte eine Sprecherin des Helios-Klinikums Berlin-Buch auf Anfrage. Der erwartete Ansturm sei ausgeblieben. Der Konzern hatte das Areal 2001 übernommen – und ist damit für Unterlagen der Vorgängereinrichtung verantwortlich. Die Sprecherin sagte, es werde geprüft, ob die Anfragen in den Zeitraum passen, aus dem die Dokumente stammen. Bei Berlins Datenschutz­beauftragter Maja Smoltczyk hieß es, es sei keine einzige Bürgeranfrage zu dem Thema eingegangen.

Akten von 25.000 Patienten auf Klinikgelände gefunden

Berlin – Ein brisanter Aktenfund auf dem Gelände eines früheren Geheimkrankenhauses der DDR-Staatssicherheit sorgt in Berlin für Wirbel. In einem leerstehenden Gebäude des weitläufigen Komplexes in Stadtteil Buch wurden jetzt Unterlagen von rund 25.000 ehemaligen Patienten entdeckt. Sie wurden offenbar dort „vergessen“, als die nach der Wiedervereinigung privatisierte Klinik 2007 zugunsten eines (...)

Die Dokumente sollen nach Angaben der Sprecherin des Helios-Klinikums nicht aus der Stasiklinik selbst stammen, sondern dort wohl erst nach der Wende hingebracht worden sein. Tatsächlich entstanden seien sie in der Orthopädieabteilung des Städtischen Klinikums Buch. Es handele sich nicht um Patientenakten mit komplett dokumentierten Krankheitsgeschichten, betonte die Klinik. Die Papiere seien nun im eigenen Archiv gesichert worden.

Der Vorfall ist Anlass dafür, dass die übrigen alten Gebäude auf dem leerstehenden Areal durchsucht werden sollen, um weitere derartige Pannen ganz sicher ausschließen zu können. „Da wird noch in jeden Kabelschacht geguckt“, sagte die Kliniksprecherin. Um potenziell betroffene Ex-Patienten zu informieren, habe man auf verschiedenen Kanälen auf den Fall hingewiesen – etwa mit Zeitungsanzeigen, auf der Webseite und in sozialen Medien.

Bei der Landesdatenschutzbeauftragten ist die Prüfung des Vorfalls laut einer Sprecherin abgeschlossen. Angesichts der öffentlichen Information des Klinikums und der Sicherstellung der Unterlagen gebe es keine weitere Veranlassung, tätig zu werden. Der Fund ging auf einen Hinweisgeber zurück. Bei der Berliner Polizei laufen derweil Ermittlungen wegen des Verdachts des schweren Diebstahls, wie eine Sprecherin sagte. Grund sind Einbruchspuren am Gebäude. Ob Dokumente fehlen, ist aber unklar.

Das Gelände ist seit Langem beliebt bei Hobbyfotografen und Sprayern, die sich beim Aufsuchen verlassener Orte nicht von Zäunen, Alarmanlagen und Wachschutz abhalten lassen. Das ehemalige Klinikareal gehört heute dem Land Berlin und wird von der Landesgesellschaft BIM verwaltet. © dpa/aerzteblatt.de

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