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Medizin

Neuer Marker hilft bei der Risikoabschätzung für Herzinfarkt und Schlaganfall

Donnerstag, 31. Januar 2019

/sveta, stockadobecom

Potsdam – Das Protein Chemerin könnte künftig dazu genutzt werden, das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere kardiovaskuläre Erkrankungen früher und präziser zu bestimmen. Das berichten Wissenschaftler vom Deutschen Institut für Ernährungs­forschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) im Journal of the American College of Cardiology (2019; doi: 10.1016/j.jacc.2018.10.058). 

Die DIfE-Forscher um Krasimira Aleksandrova fokussierten bei ihren Untersuchungen mit Chemerin auf einen Botenstoff, der hauptsächlich im Fettgewebe sowie in Leber, Nieren und Pankreas gebildet wird. Er trägt dazu bei, dass sich die zunächst gleichartigen, undifferenzierten Zellen des Fettgewebes für bestimmte Aufgaben in Funktion und Gestalt spezialisieren. Zudem lockt Chemerin Immunzellen zu verletztem Gewebe, die dort Entzündungen auslösen und auf diese Weise Infekte abwehren. „Gerät das System aus den Fugen, drohen Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall“, erklärte Aleksandrova.

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Die Arbeitsgruppe analysierte im Rahmen der Studie die Blutproben von 2.500 Männern und Frauen. Basis der Untersuchungen bildeten die Daten der Potsdamer EPIC-Studie mit mehr als 27.500 Studienteilnehmern. Die Wissenschaftler beobachteten, dass die Konzentration von Chemerin im Blut bereits vor Einsetzen von Herzinfarkten und Schlaganfällen erhöht ist. Sie halten Chemerin daher für einen möglichen Indikator, um das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen genauer hervorzusagen.

„Unsere Ergebnisse bestätigen, dass das Signalprotein Chemerin sowohl für Entzündungsprozesse als auch für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine wichtige Rolle spielt“, sagte Aleksandrova. Diese Spur sollte unbedingt weiterverfolgt werden. Das Verstehen um die genauen Funktionen von Chemerin könnte künftig die Suche nach neuen Präventionstherapien und Medikamenten verbessern, erklärte sie.

Die „European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition“-(EPIC-)Potsdam-Studie ist eine prospektive Kohortenstudie. Zwischen 1994 und 1998 wurden 27.548 Frauen und Männer zwischen 35 und 65 Jahren rekrutiert. Sie haben Fragebögen zu ihren Ernährungsgewohnheiten, ihrem Lebensstil sowie ihrem gesundheitlichen Status ausgefüllt. Diese Befragung wurde rund alle 3 Jahre wiederholt. © hil/aerzteblatt.de

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