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Politik

Evangelische Krankenhäuser wollen Abbrecherquote in der Pflegeausbildung verringern

Donnerstag, 31. Januar 2019

/dpa

Berlin – Die evangelischen Krankenhäuser in Deutschland wollen Pflegeschüler intensiver dabei unterstützen, ihre begonnene Ausbildung abzuschließen. „Unser Ziel ist es, die Zahl der Ausbildungsabbrüche von zurzeit etwa 30 Prozent zu verringern“, erklärte Christoph Radbruch, Vorsitzender des Deutschen Evangelischen Kranken­hausverbandes (DEKV). Mit jeder abgebrochenen Ausbildung gehe den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen in Deutschland ein wertvoller künftiger Mitarbeiter verloren.

„Bei den 30 Prozent Abbrecherquote handelt es sich um einen Erfahrungswert aus den evangelischen Krankenhäusern, der sicher auch auf die gesamte Branche übertragbar ist“, teilte der DEKV dem Deutschen Ärzteblatt auf Nachfrage mit. Er gliedere sich in zehn Prozent der Ausbildungsabbrecher, die ins Medizinstudium wechselten und mit ihrer Ausbildung in der Pflege die Wartezeit überbrückt hätten.

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Die übrigen 20 Prozent seien mit Erwartungen in die Ausbildung gestartet, die sich nicht erfüllt hätten, beispiels­weise an die Arbeitszeiten und die Aufgaben in der Pflege. Ein Teil komme auch mit den Belastungen im Beruf oder den Inhalten der Ausbildung nicht zurecht und orientiere sich aufgrund dieser Erfahrung neu.

Als wichtige Maßnahmen gegen einen vorzeitigen Abbruch der Ausbildung sieht der DEKV eine umfassende Information über den Beruf vor Beginn der Ausbildung und Wertschätzung der Auszubildenden während der praktischen Ausbildung.

Darüber hinaus sei eine individuelle Begleitung während der Ausbildungszeit mit Feedbackgesprächen zu den Ausbildungsinhalten, den berufstypischen Belastungen wie Konfrontation mit Krankheit und Tod wichtig.

„Die Feedbackgespräche dienen zudem dazu, Strategien zu vermitteln, mit den Belastungen umzugehen und sich frühzeitig Arbeitsfelder zu eröffnen, die den Neigungen der Auszubildenden entsprechen. Wir sprechen hier auch von einem Ausbildungsmentoring“, teilte der DEKV dem Deutschen Ärzteblatt mit.

Wie der DEKV weiter erklärt, müsse auch das soziale Umfeld der Auszubildenden berücksichtigt werden. So seien etwa individuelle Lösungen zum Beispiel bei der Arbeitszeit für Alleinerziehende zu finden. Wichtig seien auch unterstützende Qualifizierungsmaßnahmen wie Sprachkurse, Trainings für Kommunikation, Arbeitsorganisation und Achtsamkeit, um den Auszubildenden einen Abschluss zu ermöglichen.

Außerdem sei es sinnvoll, den Auszubildenden frühzeitig berufliche Perspektiven zu eröffnen, beispielsweise durch Übernahmeverträgen in eine Festanstellung schon während der Ausbildung.

Dem DEKV zufolge werden die Kliniken ihre Unterstützung für die Auszubildenden vertiefen. Darüber hinaus sollen künftig Umfragen konkrete Informationen zu Ausbildungshindernissen in den DEKV-Krankenhäusern liefern und Erkenntnisse für weitere Maßnahmen bereitstellen. © hil/aerzteblatt.de

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