NewsÄrzteschaftHandreichungen soll Ärzten Umgang mit Opfern häuslicher Gewalt erleichtern
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Handreichungen soll Ärzten Umgang mit Opfern häuslicher Gewalt erleichtern

Donnerstag, 31. Januar 2019

/Vitalii, stockadobecom

Bremen – Eine Arbeitsgruppe aus sechs Ärzten hat im Auftrag der Delegierten­versammlung der Ärztekammer Bremen Handreichungen und Hilfen erarbeitet, die den Umgang mit Opfern häuslicher Gewalt erleichtern sollen. Darauf hat heute die Ärztekammer Bremen hingewiesen.

„Unser Ziel war, Ärztinnen und Ärzte zu sensibilisieren und ihnen praktische Hilfen zu geben, wenn sie sich mit Opfern häuslicher Gewalt konfrontiert sehen“, sagte Johannes Grundmann, Vizepräsident der Ärztekammer Bremen und Mitglied der Arbeitsgruppe.

Anzeige

Herausgekommen sei ein Bündel von hilfreichen Materialien. Informationen und Hilfe auf einen Blick gebe etwa ein Ablaufdiagramm im Kitteltaschenformat. Entwickelt wurde das Diagramm von der Koordinierungsstelle S.I.G.N.A.L. aus Berlin, die Interventions­konzepte und Leitlinien für die gesundheitliche Versorgung bei häuslicher und sexualisierter Gewalt entwickelt und verbreitet. Die Arbeitsgruppe passte die Karte für Bremen an.

Weiterhin hat die Arbeitsgruppe ein Informationsblatt mit wichtigen Akut­adressen für Bremen und Bremerhaven erstellt. Darin finden sich Telefonnummern, Angebote für betroffene Frauen und Männer sowie Kinder und Jugendliche und Hinweise zu weiterführenden Informationen.

Mithilfe eines Dokumentationsbogens können Ärzte die Folgen häuslicher Gewalt dokumentieren. „Wir haben den Schwerpunkt darauf gelegt, dass die Materialien in der Praxis leicht handzuhaben sind“, sagte Grundmann. „Es dürfen ja auch nicht zu viele Informationen auf einmal sein.“

Die gedruckten Materialien sind an Kliniken, Haus- und Fachärzte und Berufsverbände verteilt worden. Sie stehen auch auf der Internetseite der Ärztekammer zum Herunterladen bereit.

2017 wurden 138.893 Menschen Opfer von Mord, Totschlag, Körperverletzungen, Vergewaltigung, sexueller Nötigung, Bedrohung und Stalking durch ihre Partner oder Ex-Partner. 82 Prozent der Opfer sind Frauen. Neben den Straf­verfolgungs­behörden sind insbesondere auch Ärztinnen und Ärzte gefragt, Hilfs­angebote zu machen. © may/EB/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

16. August 2019
Wiesbaden – Mehr Verdachtsfälle von Kindesmisshandlung haben die Jugendämter im vergangenen Jahr beschäftigt. Die Zahl der Inobhutnahmen aus diesem Grund stieg um ein Viertel auf mehr als 6.150, wie
Jugendämter veranlassten mehr Inobhutnahmen
26. Juli 2019
Stuttgart – Sexualstraftaten sollen nach dem Willen der Landesregierung Baden-Württemberg künftig länger gespeichert werden können. Justizminister Guido Wolf (CDU) und Sozialminister Manfred Lucha
Bundesratsinitiative: Sexualstraftaten sollen länger gespeichert werden
24. Juli 2019
Berlin – Brandenburger melden Verdachtsfälle von Kindeswohlgefährdungen am ehesten anonym bei den Jugendämtern. 19 Prozent der Fälle gingen 2018 auf eine anonyme Meldung zurück, wie das Amt für
Brandenburger melden Kindeswohlgefährdungen häufig anonym
23. Juli 2019
Berlin – Im vergangenen Jahr hat es bundesweit 700 registrierte tätliche Angriffe auf Rettungskräfte gegeben. Davon gab es 580 Übergriffe auf Männer und 120 auf Frauen (Schlüssel 621120). Das geht aus
700 Übergriffe auf Rettungskräfte im vergangenen Jahr
23. Juli 2019
Wels – Ein österreichischer Arzt soll über mehrere Jahre fast hundert Jungen missbraucht haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Wels in Oberösterreich sind bislang 95 mutmaßliche Opfer des
Österreichischer Arzt soll fast hundert Jungen missbraucht haben
18. Juli 2019
Düsseldorf – Kitas, Schulen, Vereine und Freizeitstätten in Nordrhein-Westfalen (NRW) sollen künftig Mindeststandards für den Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt aufstellen. Das sehen
Nordrhein-Westfalen will Standards zum Schutz von Kindern gegen sexuelle Gewalt
16. Juli 2019
Saarbrücken – Entsetzt haben Politiker im Sozialausschuss heute auf Informationen zu den Missbrauchsvorwürfen am Uniklinikum des Saarlandes (UKS) reagiert. Das UKS habe zwar ausführlich berichtet und
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER