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Ärzteschaft

Handreichungen soll Ärzten Umgang mit Opfern häuslicher Gewalt erleichtern

Donnerstag, 31. Januar 2019

/Vitalii, stockadobecom

Bremen – Eine Arbeitsgruppe aus sechs Ärzten hat im Auftrag der Delegierten­versammlung der Ärztekammer Bremen Handreichungen und Hilfen erarbeitet, die den Umgang mit Opfern häuslicher Gewalt erleichtern sollen. Darauf hat heute die Ärztekammer Bremen hingewiesen.

„Unser Ziel war, Ärztinnen und Ärzte zu sensibilisieren und ihnen praktische Hilfen zu geben, wenn sie sich mit Opfern häuslicher Gewalt konfrontiert sehen“, sagte Johannes Grundmann, Vizepräsident der Ärztekammer Bremen und Mitglied der Arbeitsgruppe.

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Herausgekommen sei ein Bündel von hilfreichen Materialien. Informationen und Hilfe auf einen Blick gebe etwa ein Ablaufdiagramm im Kitteltaschenformat. Entwickelt wurde das Diagramm von der Koordinierungsstelle S.I.G.N.A.L. aus Berlin, die Interventions­konzepte und Leitlinien für die gesundheitliche Versorgung bei häuslicher und sexualisierter Gewalt entwickelt und verbreitet. Die Arbeitsgruppe passte die Karte für Bremen an.

Weiterhin hat die Arbeitsgruppe ein Informationsblatt mit wichtigen Akut­adressen für Bremen und Bremerhaven erstellt. Darin finden sich Telefonnummern, Angebote für betroffene Frauen und Männer sowie Kinder und Jugendliche und Hinweise zu weiterführenden Informationen.

Mithilfe eines Dokumentationsbogens können Ärzte die Folgen häuslicher Gewalt dokumentieren. „Wir haben den Schwerpunkt darauf gelegt, dass die Materialien in der Praxis leicht handzuhaben sind“, sagte Grundmann. „Es dürfen ja auch nicht zu viele Informationen auf einmal sein.“

Die gedruckten Materialien sind an Kliniken, Haus- und Fachärzte und Berufsverbände verteilt worden. Sie stehen auch auf der Internetseite der Ärztekammer zum Herunterladen bereit.

2017 wurden 138.893 Menschen Opfer von Mord, Totschlag, Körperverletzungen, Vergewaltigung, sexueller Nötigung, Bedrohung und Stalking durch ihre Partner oder Ex-Partner. 82 Prozent der Opfer sind Frauen. Neben den Straf­verfolgungs­behörden sind insbesondere auch Ärztinnen und Ärzte gefragt, Hilfs­angebote zu machen. © may/EB/aerzteblatt.de

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