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Medizin

Papier bei Patientenaufklärung oft besser als Tablet

Freitag, 1. Februar 2019

/asawinklabma, stockadobecom

Bremen – Für viele Menschen sind Gesundheitsinformationen im Papierformat offenbar zugänglicher als entsprechende Inhalte in elektronischer Form. Das berichten Wissenschaftler der Jacobs University im Journal of Medical Internet Research Aging (2019; doi: 10.2196/12145). 

In ihrer Studie haben Shu Ling Tan, Amanda Whittal und Sonia Lippke 126 ältere Erwachsenen im Alter von 50 Jahren eingeschlossen. Sie verglichen traditionelle Broschüren mit Fotostorys – und dies jeweils im Papierformat und auf dem Tablet. Die Fotostorys wurden in Kooperation mit dem University Medical Center Groningen (Niederlande) für die Kommunikation älterer Patienten mit dem Arzt entwickelt. Sie beruhen auf einem Comiclayout, also Bildern sowie Texten in Sprechblasen. 

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Die Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip einer von 4 Interventionsbedingungen zugeordnet: traditionelle Broschüre im Papierformat (Bedingung 1) und Broschüre auf dem Tablet (Bedingung 2), Fotostory im Papierformat (Bedingung 3) und Fotostory im Tabletformat (Bedingung 4).

Jeder Teilnehmer erhielt einen Fragebogen und entweder die traditionelle Broschüre oder die Fotostory in Papier- oder Tabletformat. Um die Wirksamkeit jeder Intervention zu bewerten, füllten die Teilnehmer vor und nach jeder Intervention Evaluierungs­fragebögen aus. 

Im Vergleich zur traditionellen Broschüre empfanden die Teilnehmer die Fotostory als leichter verständlich und informativer. Sie bevorzugten die Papierform, die ihnen weniger monoton und langweilig erschien als die Darstellung auf dem Tablet-PC. Als am wenigsten effektiv erwies sich die Darstellung der Broschüre auf dem Tablet-PC.

„Traditionelle Broschüren auf einem Tablet scheinen die am wenigsten effektive Kommunikationsmöglichkeit in der Primärversorgung unter allen Bedingungen für ältere Erwachsene zu sein“, fassen die Forscher zusammen.

Obwohl die Informations­technologie Vorteile bringe, könne sie auch mit mehreren Nachteilen verbunden sein, zum Beispiel technischen Anforderungen an die Benutzer und Geräte. Dies sollten bei der Integration der Informationstechnologie in weite Bevölkerungsgruppen berücksichtigt werden, so die Wissenschaftler.

Sie schränken allerdings ein, dass die Ergebnisse spezifisch für die aktuelle Generation älterer Erwachsener in Deutschland sein könnten. Sie sollten in weiteren Ländern mit größeren Stichprobenumfang wiederholt werden, empfehlen sie. © hil/aerzteblatt.de

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