NewsAuslandÄrzte wegen Mordes an Chiles Ex-Präsidenten Frei Montalva verurteilt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Ärzte wegen Mordes an Chiles Ex-Präsidenten Frei Montalva verurteilt

Freitag, 1. Februar 2019

Chile, Santiago: Eduardo Frei Ruiz Tagle, Ex-Präsident von Chile, äußert sich über die Verurteilung von vier Ärzten wegen der Ermordung seines Vaters, des ehemaligen Staatschefs Eduardo Frei Montalva. /dpa

Santiago de Chile – In Chile sind vier Ärzte wegen der Ermordung des ehemaligen Präsidenten Eduardo Frei Montalva (1964-70) verurteilt worden. Frei Montalva war 1982, zu Zeiten der Diktatur Augusto Pinochets, in einem Krankenhaus in Santiago de Chile gestorben. Der behandelnde Arzt wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt, ein weiterer Mediziner als Mittäter zu fünf Jahren. Zwei Gerichtsmediziner wurden wegen Verschleierung des Mordes zu jeweils drei Jahren Haft verurteilt.

Der Richter Alejandro Madrid sah es in seinem Urteil von vorgestern als erwiesen an, dass Frei Montalva ohne ärztliche Begründung operiert worden und an den Folgen einer Infektion gestorben sei. Der Verdacht einer Vergiftung konnte nicht nachge­wiesen, aber auch nicht ausgeschlossen werden, wie es in dem Urteil heißt.

Anzeige

Der Arzt Patricio Silva Garín, damals stellvertretender Chef des Militärhospitals und ehemaliger Gesundheitssekretär, habe bewusst Frei Montalva einer tödlichen Folge von unnötigen Darmoperationen ausgesetzt. Ein Fahrer und ein weiterer Mitarbeiter Frei Montalvas, die als Agenten des chilenischen Geheimdienstes CNI identifiziert wurden, sind ebenfalls als Mittäter verurteilt worden.

Der Christdemokrat Frei Montalva hatte sich kurz vor seinem Tod zu einem intern­ational anerkannten Oppositionellen der Pinochet-Diktatur (1973-1989) profiliert. Sein Sohn Eduardo Frei Tagle, der ebenfalls Präsident war (1994-2000) forderte nach Bekanntgabe des Urteils, dass jetzt die politische Verantwortung der Regierung Pinochets am Mord von Frei Montalva geklärt werden müsse. Staatschef Sebastián Piñera begrüßte das Urteil und verurteilte den Mord an dem Ex-Präsidenten. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

26. Mai 2020
Berlin – Sechs Monate nach der tödlichen Messerattacke auf den Berliner Chefarzt Fritz von Weizsäcker hat der Angeklagte vor dem Landgericht der Hauptstadt gestanden. Er bereue die Tat nicht, erklärte
Prozess: Angeklagter gesteht Tötung Fritz von Weizsäckers
22. Mai 2020
La Paz – Boliviens Ge­sund­heits­mi­nis­ter Marcelo Navajas ist wegen Korruptionsvorwürfen in der COVID-19-Pandemie entlassen und festgenommen worden. Dies berichtete die staatliche bolivianische
Boliviens Ge­sund­heits­mi­nis­ter in Affäre um Beatmungsgeräte festgenommen
19. Mai 2020
Berlin – Ein halbes Jahr nach der tödlichen Messerattacke gegen den Arzt Fritz von Weizsäcker, den Sohn des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, hat heute der Prozess gegen einen
Mord an Fritz von Weizsäcker: Prozess in Berlin gestartet
14. Mai 2020
Karlsruhe – Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat den grundsätzlichen Kurs der deutschen Politik aus Lockerungen und zugleich weiterhin bestehenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens in der
Verfassungsbeschwerden gegen Coronaregeln gescheitert
4. Mai 2020
München – Im internationalen Blutdopingskandal soll der mutmaßliche Drahtzieher Mark S. zentrale Figuren seines Netzwerkes preisgegeben haben. Das geht angeblich aus Dokumenten eines rechtskräftig
„Operation Aderlass“: Erfurter Arzt Mark S. gibt Komplizen preis
27. April 2020
Leverkusen – Die Coronakrise verzögert die Suche nach einer Einigung im US-Glyphosat-Streit bei Bayer. Der Pharma- und Agrarchemiekonzern beteilige sich weiter konstruktiv an der Mediation und habe
Bayer: Corona-Ausbruch verlangsamt Glyphosat-Mediation in den USA
1. April 2020
Karlsruhe – Ein Mann aus Berlin ist mit einer Verfassungsbeschwerde gegen die dortigen Verbote und Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie gescheitert. Das Bundesverfassungsgericht nahm die
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER