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Politik

IQWiG und Fachgesellschaften erarbeiten erstmals gemeinsam eine S3-Leitlinie

Freitag, 1. Februar 2019

/dpa

Köln – Erstmals hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheits­wesen (IQWiG) Fachgesellschaften bei der Erstellung einer interdisziplinären S3-Leitlinie unterstützt. Fachgesellschaften und IQWiG lobten die vom Bundesgesund­heits­ministerium (BMG) initiierte Zusammenarbeit.

Für die neue S3-Leitlinie „Vaginale Geburt am Termin“ hatte die Leitliniengruppe acht Schlüsselfragen formuliert, die das IQWiG gezielt untersuchen sollte. Diese reichten von der Gestaltung der Geburtsumgebung über den Einsatz von Ultraschall­unter­suchun­gen in den verschiedenen Geburtsphasen bis zur Mobilisation während der Geburt.

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Das IQWiG recherchierte die Studienlage zu diesen Aspekten, bewertete die Informationen und stellte sie anschließend in acht Evidenzberichten dar. Auf dieser Grundlage erarbeitet eine Leitliniengruppe unter Federführung der deutschen Fachgesellschaften für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) sowie für Hebammenwissenschaft (DGHWi) derzeit Empfehlungen für die neue S3-Leitlinie.

„Recherche und Bewertung von klinischen Studien können sehr aufwendig sein, weshalb die Expertise des IQWiG eine wertvolle Unterstützung bedeutet“, lobte Rainhild Schäfers (DGHWi) die hohe Qualität der IQWiG-Berichte. Auch die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) bewertete die Kooperation positiv.

IQWiG-Leiter Jürgen Windeler bezeichnete sie als Paradebeispiel für das Zusammenspiel von IQWiG und Fachgesellschaften. „Die Ergebnisse unserer Nutzenbewertungen finden bislang nur selektiv und auf Umwegen Eingang in Leitlinien. Diesmal haben wir gezielt diejenigen Fragen bearbeitet, bei denen die Autoren der Leitlinie Klärungsbedarf sehen“, verdeutlichte der Institutschef.

Während für S1-Leitlinien, die noch rund 45 Prozent aller Leitlinien ausmachen, lediglich ein „informeller Konsens“ der Autoren aus der Fachgesellschaft erforderlich ist, müssen S3-Leitlinien „alle Elemente einer systematischen Entwicklung durch­laufen“. Das schließt unter anderem ein, dass wissenschaftliche Studien recherchiert und hinsichtlich ihrer methodischen Güte sowie ihrer klinischen Relevanz bewertet werden.

Die neue S3-Leitlinie „Vaginale Geburt am Termin“ soll medizinischem Fachpersonal künftig bei natürlichen Geburten mehr Orientierung und Sicherheit in Hinblick auf ihre Entscheidungs- und Handlungsoptionen geben. © hil/sb/aerzteblatt.de

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