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Notarzt und Sanitäter in Berlin angegriffen

Montag, 4. Februar 2019

/dpa

Berlin – In Berlin sind ein Notarzt und zwei Sanitäter der Feuerwehr bei der Ver­sorgung eines Patienten angegriffen und verletzt worden. Die drei Männer mussten den Hilfseinsatz am Sonntagnachmittag abbrechen und in ihren Rettungswagen flüchten, bis die alarmierte Polizei eintraf. Erst danach konnten sie sich wieder um den Patienten kümmern und ihn ins Krankenhaus bringen, wie die Polizei heute mitteilte.

Die beiden Sanitäter waren gerufen worden, um den erkrankten Sohn einer Familie zu behandeln. Der 44-jährige Vater war demnach offensichtlich nicht mit den Behand­lungsmethoden einverstanden und begann die Sanitäter zu bedrängen und zu beschimpfen. Als ein weiterer 18-jähriger Sohn hinzukam, eskalierte die Situation.

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Die Einsatzkräfte der Feuerwehr wehrten sich nach Angaben der Polizei. Sie brachen die Behandlung aber schließlich ab und flüchteten aus der Wohnung und dem Haus. Auf der Straße schlugen die Angreifer auf die Sanitäter und den inzwischen hinzugekommenen Notarzt ein, so dass sich die drei Rettungskräfte in ihrem Fahrzeug verschanzten.

Polizei musste Arzt und Rettungskräfte schützen

Erst die herbeigerufenen Polizisten konnten den Arzt und die Sanitäter wieder zurück in die Wohnung begleiten, damit der kranke Sohn weiter versorgt und dann ins Krankenhaus gefahren werden konnte. Ein Feuerwehrbeamter erlitt leichte Verletzungen. Die Polizei ermittelt gegen den Vater und den zweiten Sohn wegen tätlichen Angriffs.

Die Polizei reagierte heute auch über ihr Social-Media-Team. „Hey @Berliner_Fw“, twitterte sie, „Folgende Begrüßungsformeln für uns als Idee: Wir kommen, um zu helfen. Es wäre freundlich, wenn Sie uns nicht angreifen“.

„Niemand braucht mir zu erzählen, dass wir übertreiben, wenn wir von einer unerträglichen Gewalt gegen unsere Kollegen sprechen“, sagte der Berliner Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Norbert Cioma. Wenn Menschen bedroht, attackiert sowie in Gesicht geschlagen würden und sich nur durch die Flucht in den Rettungswagen vor weiteren Angriffen schützen könnten, habe die Eskalation gegenüber dem Staat und seinen Beschäftigten „jede Grenze überschritten“.

In den vergangenen Jahren haben immer wieder Angriffe auf Sanitäter, Feuerwehrleute und Polizisten Schlagzeilen gemacht. Zuletzt kam es in der Silvesternacht in Berlin zu Übergriffen. Aggressive und zum Teil betrunkene Randalierer beschossen und bewarfen Feuerwehrleute mit Raketen und Böllern. Die Hilfsorganisationen beklagen, dass viele Menschen kaum mehr Respekt gegenüber den uniformierten Einsatzkräften haben.

Der Vorstand der Bundes­ärzte­kammer (BÄK) hatte im vergangenen Jahr die langjährige Forderung der Ärzteschaft nach mehr Schutz für Ärzte und Angehörige anderer Gesundheitsberufe in einer Resolution bekräftigt und sich für mehr Gewaltprävention ausgesprochen. Dazu gehöre neben mehr Wertschätzung der ärztlichen Arbeit auch die gesellschaftliche Ächtung jeglicher Gewalt gegen Ärzte oder anderes Gesund­heitspersonal.

Erreicht werden könne dies zum Beispiel mithilfe von Aufklärungskampagnen. „Wir erleben derzeit eine Verrohung bei einigen Patienten und ihren Angehörigen gegenüber medizinischem Personal“, erklärte BÄK-Präsident Frank Ulrich Montgomery im Deutschen Ärzteblatt im vergangenen Jahr. „Das bekommen wir als Ärzteschaft alleine nicht in den Griff. Die Politik muss dringend einen Kulturwandel befördern, damit man wieder begreift, dass diese Menschen Retter und Helfer sind. Wir brauchen die Solidarität aller Bürgerinnen und Bürger.“ © dpa/aerzteblatt.de

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