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Weniger Patienten aus den Golfstaaten lassen sich in Deutschland behandeln

Montag, 4. Februar 2019

/dpa

Sankt Augustin – 2017 sind rund 247.500 Patienten aus 177 Ländern nach Deutsch­land gekommen, um sich hier stationär oder ambulant behandeln zu lassen. Sie bescherten dem deutschen Gesundheitssystem Einnahmen von etwa 1,2 Milliarden Euro. Der Rückgang der Patientenzahlen gegenüber dem Vorjahr betrug zwei Prozent. Das berichtet die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, Forschungsbereich Medizintourismus.

Hauptgrund für den Rückgang der Patientenzahlen ist laut der Hochschule ein massiver Einbruch der medizinischen Behandlungsreisen aus einigen Golfstaaten, vor allem aus Kuwait (minus 62 Prozent), Saudi-Arabien (minus 36 Prozent) und Oman (minus 28 Prozent).

„Es wird nicht mehr alles ungeprüft bezahlt“, erklärte Jens Juszczak von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Die Kostenträger kontrollierten Rechnungen deutscher Ärzte und Kliniken viel genauer als noch vor einigen Jahren und sanktionierten Verstöße, indem sie weniger Patienten schickten. Den betreffenden medizinischen Einrichtungen im Akut- und Rehabilitationsbereich drohten bei Beanstandungen zudem lange Warte­zeiten auf ausstehende Beträge oder Rückforderungen zuviel gezahlten Geldes.

Am stärksten Auslandspatienten verloren haben Berlin (minus 14 Prozent) und Baden-Württemberg (minus 9 Prozent). Die Nachfrage aus der Golfregion halbiere sich in diesen Bundesländern. „Das internationale Geschäft ist kein Selbstläufer“, sagte Juszczak. Speziell ausgebildetes Personal, gute Kontakte in die Zielländer und regelmäßige Kontrolle aller Aktivitäten im internationalen Geschäft seien wichtige Voraussetzungen für Erfolg im Medizintourismus.

Allerdings nehmen aus anderen Regionen der Welt die Patientenzahlen zu, insbesondere aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion, unter anderem aus Russland (plus 8 Prozent), der Ukraine (plus 19 Prozent) und Kasachstan (plus 37Prozent). „Aus der Russischen Föderation kommen mittlerweile mehr Patienten als aus allen Golfstaaten zusammen“, berichtet die Hochschule. © hil/aerzteblatt.de

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