NewsMedizinSelbstkompression macht Mammografie für Frauen erträglicher
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Selbstkompression macht Mammografie für Frauen erträglicher

Dienstag, 5. Februar 2019

/dpa

Nancy – Die Kompression der Brustdrüse macht die Mammografie für viele Frauen zu einer unangenehmen und häufig schmerzhaften Untersuchung. Eine randomisierte Studie in JAMA Internal Medicine (2019; doi: 10.1001/jamainternmed.2018.7169) zeigt, dass die Frauen über weniger Schmerzen klagen, wenn sie diesen Teil der Untersuchung selbst übernehmen. Sie erreichten dabei sogar eine bessere Kompression der Brust.

Um bei einer Mammografie die Brustdrüse komplett abzubilden, muss die Brust zwischen die 2 Platten des Aufnahmegerätes gepresst werden. Dies erfolgt üblicherweise durch eine MTA. Für viele Frauen kommt es zu einer unangenehmen Erfahrung, die einige davon abhält, die nächste Einladung anzunehmen.

Anzeige

Die ITACTs-Studie („Interest of Self-compression Technique on Tolerance of Mammography“) hat untersucht, ob die Frauen nach einer Anleitung durch die MTA diesen unangenehmen Teil der Untersuchung selbst durchführen können. An 6 Krebszentren in Frankreich wurden 549 Frauen zu gleichen Teilen auf die beiden Untersuchungen randomisiert. Primärer Endpunkt war die Brustdicke, also der Abstand zwischen den beiden Platten.

Wie Philippe Henrot vom Institut de Cancérologie de Lorraine in Nancy berichtet, wurde in beiden Gruppen in etwa die gleiche Brustdicke erreicht. Sie war bei der Selbstkompression mit 52,03 mm sogar noch niedriger (sprich besser) als bei der Standardkompression mit 52,20 mm. Das 95-%-Konfidenzintervall lag innerhalb der vor der Studie festgelegten Non-Inferioritätsgrenze von 3 mm.

Die Frauen, die die Brust selbst zwischen die Platten des Untersuchungsgerätes legten, erzielten in allen 4 Untersuchungen (2 Brustdrüsen in 2 Ebenen) sogar etwas höhere Druckwerte. Dennoch gaben sie geringere Schmerzen an. Median beurteilten sie den Schmerz mit 2 von 10 Einheiten auf einer visuellen Analogskala. Die Frauen der Kontrollgruppe hatten median 3 von 10 Einheiten angegeben.

Dass die Frauen in einem sensiblen Bereich die Autonomie über ihr eigenes Handeln bewahrten, könnte laut Henrot das an sich paradoxe Ergebnis erklären, dass ein höherer Druck auf die Brustdrüse geringere Schmerzen verursachte.

Auch die Qualität der Aufnahmen hat unter der Selbstkompression nicht gelitten. Nach Ansicht von Henrot spricht deshalb nichts dagegen, den Frauen, die dies wünschen, die Kompression der Brust selbst durchführen zu lassen. © rme/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

11. Februar 2019
Manchester – Frauen mit einem erhöhten familiären Risiko können bereits vor dem 40. Lebensjahr an Brustkrebs erkranken. Eine Kohortenstudie kommt in EClinicalMedicine (2019; doi:
Familiärer Brustkrebs: Mammografie entdeckt Krebserkrankungen vor dem 40. Lebensjahr
7. Februar 2019
Bad Langensalza – Zehn Jahre nach dem Start des Brustkrebs-Früherkennungsprogramms „Mammografiescreening – Thüringen Nord West“ haben die Programmverantwortlichen jetzt eine positive Bilanz gezogen.
Mammografiescreening: Hohe Teilnehmerzahlen in Thüringen
8. Oktober 2018
Münster – Das Mammografiescreening ermöglicht eine frühzeitige Diagnose auch von aggressiven Tumorsubtypen. Das berichten Wissenschaftler des Referenzzentrums Mammografie am Universitätsklinikum
Mammografiescreening erlaubt frühzeitigere Diagnose von aggressiven Tumorsubtypen
7. August 2018
Köln – Teilnehmerinnen am Mammografie-Screeningprogramm (MSP) mit invasivem Brustkrebs können – auch unter Berücksichtigung von Intervallkarzinomen – insgesamt operativ schonender therapiert werden
Auch bei Intervallkarzinomen Vorteile der Teilnehmerinnen am Mammografiescreening
10. Juli 2018
Münster – Radiologen am Universitätsklinikum Münster erproben in einer großen Flächenstudie, ob die technische Weiterentwicklung der digitalen Mammografie zum Schichtbildverfahren (digitale
Wissenschaftler erproben technische Weiterentwicklung des Mammografie
6. Juli 2018
Berlin – Programmverantwortliche Ärzte im Mammografie-Screening können ab Oktober in vollem Umfang histopathologische Untersuchungen beauftragen. Darüber hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung
Erweiterte Gewebeuntersuchung im Mammografie-Screening beschlossen
18. Juni 2018
Essen/Berlin – Der sogenannte Igel-Monitor beurteilt den Nutzen von Ultraschalluntersuchungen bei der Früherkennung von Brustkrebs weiterhin mit „unklar“. „Wissenschaftler des IGeL-Monitors wollten
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER