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Kinderärzte fordern bessere Nachsorge von Kindern nach Krebstherapie

Dienstag, 5. Februar 2019

/vinnstock, stockadobecom

Berlin – Eine erfolgreiche Krebstherapie im Kindesalter kann Langzeitfolgen haben, die intensiv überwacht werden müssen. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) empfiehlt dafür gemeinsam mit der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) spezifische Nachsorgezentren.

Über 80 Prozent der Krebserkrankungen im Kindesalter werden den Fachgesellschaften zufolge in Deutschland geheilt – auch die Überlebensrate nach schweren Fällen habe deutlich zugenommen. Insgesamt sei Krebs bei Kindern selten und die Erfolge in der Behandlung seien hervorragend, betonte Dominik Schneider aus dem DGKJ-Vorstand.

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Die erfolgreiche Behandlung schließe Langzeitfolgen aber nicht aus, sodass sich ehemalige Patienten der Kinderonkologie als junge Erwachsene erneut mit gesundheitlichen Problemen konfrontiert sehen könnten, zum Beispiel erhöhten Risiken für Zweittumoren, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Störungen im Hormonhaushalt. Auch der Weg zu einem eigenen Kind sei oft erschwert.

Je länger eine Krebsbehandlung zurückliegt, desto mehr Langzeitüberlebende leiden laut den Fachgesellschaften unter chronischen Erkrankungen, nach 30 Jahre seien dies mehr als zwei Drittel der Patienten. „Bei Kindern und Jugendlichen gilt es in ganz besonderem Maße, nicht nur die Lebensqualität während der Therapie, sondern auch die Qualität des Überlebens im Blick zu behalten“, betonte daher Schneider.

Besonders geeignet für diese Langzeitnachsorge seien spezifische Nachsorgezentren. „Sie ermöglichen die geregelte Transition aus der pädiatrischen in die Erwachsenen­versorgung, in dem Wissen um die besonderen Belange von jungen Erwachsenen, die als Kind an Krebs erkrankt waren“, sagte der Kinderonkologe.

Die GPOH befasst sich bereits seit längerem mit dem Thema Langzeitfolgen. Bereits 1989 wurde durch den Vorstand der GPOH eine Arbeitsgruppe „Spätfolgen“ eingesetzt, um sich mit diesem Themenfeld intensiv zu beschäftigen.

© hil/aerzteblatt.de

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