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Zahlreiche Hamburger Beamte haben sich für gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung entschieden

Dienstag, 5. Februar 2019

/dpa

Hamburg – Das Hamburger Modell, das es Beamten finanziell erleichtert, sich für die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) zu entscheiden, ist offenbar attraktiv. Seit Anfang August 2018 haben sich 1.015 Beamte der Hansestadt dafür entschieden.

Neue Beamte und solche, die gesetzlich versichert sind, können seit Anfang August 2018 einen Zuschuss des Arbeitgebers zur GKV in Form der pauschalen Beihilfe erhalten. Bislang konnten sich Beamte nur privat in Kombination mit der Beihilfe versichern. GKV-Beiträge mussten sie vollständig allein finanzieren.

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„Ich freue mich, dass die pauschale Beihilfe so erfolgreich gestartet ist. Die Zahl von über 1.000 Beamten zeigt, dass es einen großen Bedarf für eine solche Regelung gibt“, sagte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD).

Eine erste vorläufige Auswertung der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz in Hamburg zeigt, dass insbesondere untere Besoldungsgruppen das Angebot wählen. Während sich im allgemeinen Verwaltungsdienst fast die Hälfte der neuen Beamten für das Angebot der pauschalen Beihilfe entscheiden, liegt die Nutzung in den höheren Besoldungsgruppen darunter. Bei Lehrern zum Beispiel entschieden sich rund 20 Prozent für das neue Modell.

Von August bis Dezember 2018 musste die Stadt Hamburg rund eine Million Euro für die pauschale Beihilfe aufgewenden. Damit liegen die Kosten unter der Prognose, wonach für ein ganzes Jahr 5,8 Millionen Euro nötig sind. „Dass die Kosten zu Beginn niedriger liegen, kann ein gutes Signal an die anderen Länder und an den Bund sein, dem Hamburger Modell zu folgen“, sagte Prüfer-Storcks.

Auch die Länder Berlin, Brandenburg und Thüringen wollen das Modell umsetzen. In Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen ist das Hamburger Modell Gegenstand der parlamentarischen Diskussion. © hil/aerzteblatt.de

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fjmvw
am Mittwoch, 6. Februar 2019, 10:01

Pilotprojekt in HH: Einstieg in die Bürgerversicherung für Beamte

Wenn etwas bei 20% (aller Lehrer) klappt, warum nicht auch bei 100%? Ein einziger Federstrich und alle neuen Lehrer werden zwangsweise in die GKV abgeschoben.

Aus Ärztesicht gäbe es gegen eine Bürgerversicherung keine Vorbehalte, FALLS die Ärzte in der Bürgerversicherung angemessen bezahlt werden würden. Aber davon kann keine Rede sein. Im Gegenteil, es ist noch viel schlimmer.

Denn die Beamten wechseln von der PKV in die GKV – nicht in eine Bürgerversicherung. Rund die Hälfte aller in der PKV versicherten Patienten fallen in die Kategorie Beamte (Beihilfeberechtigte). Extrapoliert man die 20% auf 100%, was wird passieren?

Die Fähigkeit zur Quersubvention der defizitären GKV-Praxis durch Privateinnahmen wird drastisch reduziert. Bisher konnte man mit 10% PKV die 90% GKV so weit subventionieren, dass es sich unterm Strich „noch rechnete“. In der Konstellation 5% PKV und 95% GKV wird es sich für viele Ärzte nicht mehr rechnen. Davon werden insbesondere die Praxen der konservativen GOUDAH betroffen sein.

Obwohl, wenn ich es mir recht überlege, es wird diese Praxen kaum noch treffen. Denn bis das in drei Jahren so gekommen sein wird, werden viele konservative GOUDAH in Rente gegangen sein oder aus wirtschaftlichen Gründen in die Anstellung gewechselt haben.

Ab dann läuft die Zeit, bis es zu deutlichen Honorarerhöhungen im Bereich der GKV kommen wird. Bleiben die Honorarerhöhungen aus, wird die konservative Versorgung in vielen Bereichen völlig wegbrechen. Dann wird viel mehr operiert werden und es werden viel mehr Patienten stationär versorgt werden müssen.

Und das wird dann richtig teuer werden.
LNS

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