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Medizin

Achtsamkeitstraining senkt Augeninnendruck bei Glaukom

Mittwoch, 6. Februar 2019

/Photographee.eu, stockadobecom

Neu Delhi/Magdeburg – Eine Achtsamkeitsmeditation kann den Augeninnendruck bei Patienten mit grünem Star senken, stressbedingte Biomarker reduzieren und die Lebensqualität deutlich verbessern. Das berichten Wissenschaftler vom All India Institute of Medical Sciences in Neu Delhi und des Instituts für Medizinische Psychologie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg im Journal of Glaucoma (2019; doi: 10.1097/IJG.0000000000001088). 

Die Wissenschaftler teilten 90 Glaukompatienten zufällig einer von 2 Gruppen zu. Eine Gruppe praktizierte 3 Wochen lang jeden Morgen 60 Minuten ein Meditations- und Atemübungsprogramm mit einem ausgebildeten Yogalehrer, während die Teilnehmer weiterhin ihre Augentropfen nahmen. Die zweite Gruppe nahm ebenfalls weiterhin Augentropfen ein, meditierte jedoch nicht.

Nach 3 Wochen zeigten 75 % der meditierenden Patienten eine signifikante Verringerung ihres Augeninnendrucks um rund 25 %. Diese Verbesserung zeigte sich in der Kontrollgruppe nicht. Darüber hinaus konnten durch die Meditation Stressindikatoren wie der Cortisolspiegel und andere reduziert werden. Des Weiteren berichten die Autoren von einem Anstieg von Entspannungsmarkern wie Betaendorphinen und neurotrophischen Faktoren im Gehirn.

„Die Studie legt nahe, dass psychischer Stress eine der Hauptursachen für erhöhten Augeninnendruck ist. Die Anwendung dieser uralten Meditationstechnik zur Verringerung von Stress ist ein wirksames Mittel, um das Gesamtbefinden der Patienten, und nicht nur das Auge, mit einem ganzheitlichen Ansatz zu behandeln und das allgemeine Wohlbefinden der Patienten zu verbessern“, sagte der Co-Autor der Studie, Bernhard Sabel von der Universität Magdeburg.

Es seien nun weitere Untersuchungen erforderlich, um zu ermitteln, ob durch Meditation auch das Fortschreiten des Sehverlusts zu reduzieren, zu stoppen oder vielleicht sogar eine Wiederherstellung des Sehvermögens zu erreichen ist, erklärte Sabel. © hil/aerzteblatt.de

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