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Politik

Nutzen von universellem B-Streptokokken­screening in der Schwangerschaft bleibt unklar

Dienstag, 5. Februar 2019

/Bits and Splits, stockadobecom

Köln – Ob Schwangere davon profitieren würden, wenn sie regelhaft auf Streptokokken der serologischen Gruppe B getestet würden, ist wegen einer unklarer Studienlage ungewiss. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in einem Abschlussbericht zum Thema. Das Institut bleibt damit auch nach Stellungnahmen von Experten und Fachgesellschaften bei seinem im Vorbericht gezogenen Fazit.

Schwangere mit bestimmten Risikofaktoren wie Fieber, drohender Frühgeburt oder starker Geburtsverzögerung erhalten im Augenblick im Rahmen einer Risikostrategie kurz vor der Geburt Antibiotika gegen B-Streptokokken. Auf dem Markt ist allerdings auch ein Test verfügbar, den Ärzte allen Schwangeren anbieten könnten. Mittels dieser Teststrategie könnte man auch Schwangere finden, die keinen Risikofaktor aber dennoch B-Streptokokken aufweisen.

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Die aktuelle Leitlinie der deutschen Fachgesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe empfiehlt einen solchen B-Streptokokken-Test generell gegen Ende der Schwanger­schaft. Bislang müssen die werdenden Mütter den rund zehn bis 30 Euro teuren Test allerdings häufig selbst bezahlen. Einige Krankenkassen tragen die Kosten, Regel­leistung ist er aber nur dann, wenn eine Frühgeburt droht.

Das IQWiG hat untersucht, ob ein universelles Screening, also die Test-Strategie, gegen­über der bisherigen Risiko-Strategie für Neugeborene oder werdende Mütter Vorteile und damit einen Zusatznutzen bieten würde. Demnach kann diese Frage nicht beantwortet werden, weil es für den Vergleich keine aussagekräftigen Studien gibt. Dass es sie künftig geben wird, hält das Institut ebenfalls für unrealistisch. Eine größere Kohortenstudie aus dem Jahr 2002 bezogen die IQWiG-Wissenschaftler nicht ein, weil sie laut dem Institut gravierende methodische Mängel aufweist.

Streptokokken der serologischen Gruppe B sind weit verbreitete Bakterien. Bei knapp jeder Fünften Schwangeren besiedeln sie unbemerkt Scheide oder Anus. Ein Risiko sind die Bakterien für die Babys. Stecken sie sich bei der Geburt an, kann das im schlimmsten Fall eine Blutvergiftung oder eine Hirnhautentzündung auslösen. Etwa eines von 3.000 Neugeborenen infiziert sich bei der Geburt mit B-Streptokokken, davon sterben laut IQWiG 3,2 Prozent an den Folgen. © hil/aerzteblatt.de

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