NewsHochschulenKünstliche Intelligenz soll Versorgung von Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern verbessern
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

Künstliche Intelligenz soll Versorgung von Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern verbessern

Donnerstag, 7. Februar 2019

/Kirsty Pargeter, stock.adobe.com

Berlin – Künstliche Intelligenz (KI) erleichtert es, Gesundheitsrisiken bei erwachsenen Patienten mit angeborenen Herzfehlern früher zu erkennen und zu behandeln. Dieses Fazit zieht das Kompetenznetz Angeborene Herzfehler (KNAHF) aus den Ergebnissen zweier soeben publizierter Forschungsvorhaben.

Das Kompetenznetz will daher die Forschung zu KI wesentlich intensivieren. Es richtet dazu unter der Leitung der auf Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern (EMAH) spezialisierten Kardiologen Gerhard-Paul Diller und Helmut Baumgartner vom Universitätsklinikum Münster eine Forschungsplattform KI ein. 

Anzeige

In der einen zugrunde liegenden Studie hat ein internationales Wissenschaftlerteam unter der Leitung Dillers den Nutzen neuartiger Deep-Learning-Algorithmen bei der Diagnostik von erwachsenen Patienten mit einem schweren angeborenen Herzfehler untersucht. Der speziell für die Ultraschallanalyse des Herzens trainierte Algorithmus erzielte mit 98 Prozent eine leicht höhere Gesamtgenauigkeit bei der Erkennung der korrekten Diagnose als die Testgruppe der spezialisierten Mediziner (European Heart Journal Cardiovascular Imaging 2019, doi: 10.1093/ehjci/jey211).

„Die präzise Diagnostik sowie die Ausdifferenzierung der Befunde der Herzkammern mittels KI haben unsere Erwartungen noch übertroffen“, resümierte Diller, Oberarzt an der Klinik für Kardiologie III: Angeborene Herzfehler (EMAH) und Klappenerkrankungen am Universitätsklinikum Münster.

Ebenfalls vielversprechend fällt sein Fazit zu einer KI-Studie aus, bei der es um die Prognose und Steuerung der Therapie bei angeborenen Herzerkrankungen ging (European Heart Journal 2019, doi: 10.1093/eurheartj/ehy915). „KI bietet das nötige Potenzial für die überlebensnotwendige Identifikation von Gesundheitsrisiken bei einzelnen Diagnosen. Darin liegt eine große Chance für die betroffenen Patienten. Vernünftig eingesetzt, können algorithmisch lernende Systeme die Lebenserwartung der Patienten deutlich steigern“, sagte er.

Die neuen KI-Forschungsaktivitäten werden zunächst von der EMAH Stiftung Karla Völlm gefördert. Das Kompetenznetz hofft auf weitere Fördermittel und Partner aus Industrie und Gesellschaft. Es setzt auch auf die „Strategie Künstliche Intelligenz“ der Bundesregierung.

„Wir haben aufgrund unserer systematisch über viele Jahre aufgebauten Forschungs­infrastruktur beste Voraussetzungen für den chancenreichen Einsatz der KI, eine translationsstarke Forschung und die dafür notwendige Rückspiegelung aus der Praxis. Das ist in dieser Form einmalig und mit großen Chancen für die gesamte Herzmedizin verbunden“, sagte Ulrike Bauer, wissenschaftliche Geschäftsführerin des Kompetenznetzes. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

20. Mai 2020
New York − Während einer Epidemie mit einem hoch ansteckenden Erreger wie SARS-CoV-2 kann eine rasche Diagnose eine nosokomiale Ausbreitung verhindern. Eine Klinik im Epizentrum der Epidemie
COVID-19: Künstliche Intelligenz ermöglicht schnelle Diagnose vor PCR-Test
28. April 2020
München – Experten der Plattform Lernende Systeme (PLS) fordern unabhängige Prüfstellen, die Künstliche-Intelligenz(KI)-Systeme für die Medizin zertifizieren, und Kontrollmechanismen, die nur
Wissenschaftler wollen unabhängige Prüfstellen zum Einsatz von künstlicher Intelligenz
28. April 2020
Berlin – Wissenschaftler vom Pathologischen Institut der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben gemeinsam mit Forschern der Technischen Universität Berlin ein Bildanalysesystem entwickelt, das mit
Digitales Bildanalysesystem unterstützt Pathologen bei Beurteilung mikroskopischer Präparate
17. April 2020
New York und Kansas City − Eine frühzeitige Revaskularisierung mit Stent oder Bypass ist bei Patienten mit stabiler Angina pectoris mit erhöhten prozeduralen Risiken verbunden. Sie verbessert
Stabile Angina: Revaskularisierung schützt (anfangs) nicht vor Herzinfarkt, verbessert aber Lebensqualität
14. April 2020
London – Viele Studien, die behaupten, dass künstliche Intelligenz (KI) medizinische Bilder ebenso gut oder besser beurteilen kann als menschliche Experten, sind von schlechter Qualität und „wohl auch
Fähigkeit von künstlicher Intelligenz bei der Bildbeurteilung möglicherweise überschätzt
8. April 2020
München – Mit den großen Chancen, aber auch den Risiken von Systemen mit Künstlicher Intelligenz (KI) im Gesundheitswesen und möglichen Lösungsvorschlägen befasst sich der Bericht Sichere KI-Systeme
Bessere Medizin mit Künstlicher Intelligenz
7. April 2020
Odense/Quingdao/München – Roboter können bei der Bekämpfung des Coronavirus SARS-CoV-2 hilfreich sein, so etwa bei der Desinfektion in Krankenhäusern. Ein Beispiel dafür ist der Desinfektionsroboter
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER