NewsMedizinOvarialkarzinom: Studie rät bei Zysten zu „Watchful Waiting“
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Ovarialkarzinom: Studie rät bei Zysten zu „Watchful Waiting“

Donnerstag, 7. Februar 2019

/dpa

Löwen/Belgien – Ovarialzysten, die in einer Ultraschalluntersuchung unauffällig sind, müssen nicht sofort chirurgisch entfernt werden. Dies zeigen erste Zwischenergebnisse einer internationalen Kohortenstudie in Lancet Oncology (2019; doi: 10.1016/S1470-2045(18)30837-4).

Die meisten Ovarialzysten sind gutartig. Sie treten fast ausschließlich bei geschlechts­reifen Frauen auf, und meistens sind sie Folge von gestörten hormonellen Regelkreisen oder Nebenwirkung einer Hormontherapie. Viele Zysten bilden sich spontan zurück. Es bleibt jedoch immer ein Restrisiko, dass eine im Ultraschall als gutartig erscheinende Zyste in Wirklichkeit ein Karzinom ist, dessen frühzeitige Entfernung das Leben der Patientin retten könnte. Viele Gynäkologen raten den Frauen deshalb zu einer vorsorglichen Entfernung von Ovarialzysten.

Anzeige

Die IOTA5-Studie (für „International Ovarian Tumor Analysis“) untersucht derzeit, ob eine abwartende Haltung („watchful waiting“) eine sichere Alternative ist. An der Studie nehmen in 14 Ländern 8.519 Patientinnen mit Ovarialzysten teil, bei denen in der Ultraschalluntersuchung keine Hinweise auf eine mögliche Krebs­erkrankung gefunden wurden. Bei diesen Frauen werden im ersten Jahr im Abstand von 3 Monaten und danach jährliche Kontrolluntersuchungen durchgeführt.

Ein Team um Dirk Timmerman von der Katholischen Universität Löwen in Belgien stellt jetzt erste Ergebnisse von 1.919 Frauen vor, bei denen bei der ersten Untersuchung eine zuvor nicht bekannte Zyste gefunden wurde. Die Frauen wurden seit 14 bis 38 Monaten nachbeobachtet (geplant ist eine Studiendauer von 5 Jahren). Bisher ist es bereits bei etwa 20 % der Frauen zu einer spontanen Rückbildung der Zysten gekommen. Bei insgesamt 16 % rieten die Untersucher zur Entfernung der Zyste. Nur bei 12 Patientinnen (0,4 %) wurde ein Malignom gefunden und bei 0,3 % ein sogenannter Borderlinetumor, bei dem nicht sicher ist, ob es sich um ein Malignom handelt.

Andere Komplikationen wie Ovarialtorsion (0,4 %) oder eine Zystenruptur (0,2 %) waren ebenfalls selten.

Diese Risiken müssen laut Timmerman gegen die Gefahren einer prophylaktischen Entfernung der Zysten abgewogen werden. Das Risiko für intraoperative Komplikationen, etwa eine Darmperforation, liege bei der chirurgischen Entfernung von Zysten bei Frauen im Alter von 50 bis 74 Jahren immerhin bei 3 bis 15 %. © rme/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

4. April 2019
Berlin – Die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) sollten die sonografische Untersuchung der Eierstöcke übernehmen, auch wenn kein akuter Verdacht auf Eierstockkrebs besteht. Dafür hat sich die
Krankenkassen sollten Ultraschall der Eierstöcke bezahlen
1. März 2019
Essen – Die systematische Entfernung von Lymphknoten im Becken und im Bereich der Aorta hat in einer randomisierten klinischen Studie das progressionsfreie und Gesamtüberleben von Patientinnen mit
Systematische Lymphadenektomie bei fortgeschrittenem Ovarialkarzinom ohne Vorteile
18. Dezember 2018
Berlin – Knapp 60 % der US-amerikanischen Gynäkologen empfehlen eine Eierstockkrebsfrüherkennung, obwohl deren Nutzen nicht belegt ist. Das zeigt eine Onlinestudie in Scientific Reports des
US-Gynäkologen überschätzen den Nutzen der Eierstockkrebsfrüherkennung
15. November 2018
Berlin – Die Deutsche Krebsgesellschaft hat eine überarbeitete Fassung der Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge maligner Ovarialtumoren zur Bewertung und Kommentierung vorgestellt. Die
S3-Leitlinien zu malignen Ovarialtumoren aktualisiert
5. Oktober 2018
Boston – Die Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS), der bereits eine präventive Wirkung gegen Darmkrebs zugeschrieben wird, könnte die Erkrankungsrate für Ovarialkarzinom und hepatozelluläres Karzinom
ASS könnte vor Ovarialkarzinom und Leberkrebs schützen
28. September 2018
Aberdeen – Die bekannte protektive Wirkung von hormonellen Kontrazeptiva war in einer prospektiven Kohortenstudie im britischen Ärzteblatt (BMJ 2018; 362: k3609) auch für neuere Präparate mit einer
Auch neuere hormonelle Kontrazeptiva schützen (vorübergehend) vor Ovarialkarzinom
3. Mai 2018
Berlin – Eierstockkrebs gehört zu den seltenen, aber aggressiven Krebserkrankungen. Rund 7.000 Frauen erkranken in Deutschland jährlich daran. Auf die Bedeutung der Vorsorge bei Frauen mit erblicher
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER