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Medizin

Neuentdeckte Art Immunzellen an Multipler Sklerose beteiligt

Donnerstag, 7. Februar 2019

Umfassende Karte der Immunzellpopulationen während einer Entzündung im Zentralnervensystem. Jede Immunzelle ist ein Punkt. /Universitätsklinikum Freiburg

Freiburg – Bislang unbekannte Immunzellen haben Wissenschaftler um Marco Prinz, Ärztlicher Direktor des Instituts für Neuropathologie am Universitätsklinikum Freiburg, im Gehirn von Patienten mit Multipler Sklerose (MS) nachgewiesen. Ihre Ergebnisse sind im Wissenschaftsmagazin Science erschienen (2019; doi: 10.1126/science.aat7554). 

Dass bei der MS Fresszellen des Blutes und des Gehirns beteiligt sind, ist seit vielen Jahren bekannt, unklar blieb laut den Autoren bislang jedoch, welche Subtypen genau an der Autoimmunreaktion beteiligt sind. In einem Tiermodell der MS haben die Wissenschaftler dies jetzt nach eigenen Angaben herausgefunden. Die Forscher verwendeten für ihre Arbeit neuartige Einzelzellanalysen.

„Diese Methoden erlauben uns, ein völlig neues zelluläres Bild von sehr komplexen Geweben wir dem Hirn zu erlangen“, sagte Dominic Grün, Forschungsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik Freiburg, der an dieser Studie beteiligt war. So konnten die Forscher aus Freiburg und München eine Art Immunzell­atlas für das Gehirn erstellen. Sie zeigten außerdem, wie diese Zellen die Autoimmun­erkrankung MS vorantreiben.

Die Erstautorin der Studie Marta Joana Costa Jordão, Doktorandin am Institut für Neuropathologie des Universitätsklinikums Freiburg, konnte darüber hinaus zeigen, dass verschiedene Fresszellen im Gehirn während der Erkrankung chronisch aktiviert bleiben. Bislang wurde angenommen, dass sie durch zirkulierende Blutzellen rasch erneuert werden. „Diese Daueraktivierung der Immunzellen könnte erklären, warum bei MS das Gehirn über Jahre chronisch angegriffen wird“, sagte Costa Jordão.

„Das Hauptproblem bei der bisher unzureichenden Therapie war, dass das gesamte Immunsystem gehemmt wurde. Wir konnten jedoch neuartige Subtypen von Zellen finden, die spezifisch für die lokale Entzündung und Zerstörung bei der MS sind. Die könnten somit ganz gezielt ausgeschaltet werden“, sagte Prinz.  

MS ist eine der häufigsten entzündlichen Erkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS). In Deutschland sind etwa 120.000 Menschen an MS erkrankt. © hil/aerzteblatt.de

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