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Politik

Brandenburger Landesamt entzieht Lunapharm Großhandelserlaubnis

Donnerstag, 7. Februar 2019

/dpa

Potsdam – Nach dem Skandal um möglicherweise gestohlene Krebsmedikamente aus Griechenland hat das Brandenburger Landesamt für Gesundheit dem Brandenburger Pharmahändler Lunapharm die Großhandelserlaubnis entzogen.

„Damit wurde dem Unternehmen mit Sitz in Blankenfelde-Mahlow nun auch jeglicher Handel mit Arzneimitteln auf Dauer untersagt“, teilte das Gesundheitsministerium heute mit. Bereits Mitte Januar dieses Jahres hatte das Amt dem Unternehmen die Herstellung von Arzneimitteln und den Handel damit untersagt. Die Großhandelserlaubnis hatte dagegen bis gestern nur geruht.

Unterdessen hat die Geschäftsführerin von Lunapharm, Susanne Krautz-Zeitel, schwere Vorwürfe gegen die Medien und das Ministerium erhoben. Ihr Unternehmen sei aufgrund von unbewiesenen Unterstellungen ohne belastbare Beweise und ohne Möglichkeit einer Verteidigung „öffentlich vorgeführt, ja geradezu geschlachtet“ worden, sagte Krautz-Zeitel in einem heute von ihrer PR-Agentur verbreiteten Inter­view. Die Geschäftsführerin kündigte Schadenersatzforderungen gegen das Land an.

Sie erklärte, ihr Unternehmen habe jederzeit die Herkunft der gehandelten Medikamente überprüft. Dabei habe es von Behörden keinerlei Diebstahlsmeldungen oder sonstige Informationen gegeben. „Wir hatten definitiv zu keinem Zeitpunkt, weder zu den Medikamenten aus Griechenland noch zu den anderen, die wir in Verkehr gebracht haben, Informationen über Diebstähle.“

Auch seien alle 39 Rückstellproben, die auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft überprüft wurden, einwandfrei gewesen, betonte Krautz-Zeitel. So habe es zu keinem Zeitpunkt irgendeine Gefährdung für Patienten gegeben.

Das Ministerium wollte sich mit Verweis auf das laufende Verfahren heute nicht weiter äußern. Der Skandal war im vergangenen Sommer nach einem Bericht des ARD-Magazins „Kontraste“ hochgekocht. Nach einer Untersuchung durch eine Expertenkommission war Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke) Ende August zurückgetreten. © dpa/aerzteblatt.de

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