NewsÄrzteschaftHonorarzuwächse in den Arztpraxen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Honorarzuwächse in den Arztpraxen

Donnerstag, 7. Februar 2019

/dpa

Berlin – Die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten konnten im Jahr 2016 wiederum Honorarzuwächse verzeichnen. Durchschnittlich legten die Praxen um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu, wie aus dem Honorarbericht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hervorgeht.

„Trotz der Zuwächse reicht das Geld nicht aus, um alle Leistungen zu vergüten“, betonte der KBV-Vorstandsvorsitzende Andreas Gassen. Die von den Krankenkassen bereit­gestellten Mittel reichten nicht aus, um den Behandlungsbedarf zu finanzieren, sagte Gassen.

Anzeige

Der durchschnittliche Honorarumsatz je Arzt und Psychotherapeut aus vertrags­ärztlicher Tätigkeit erhöhte sich dem Bericht zufolge im Jahr 2016 um 5.283 Euro auf 221.642 Euro (+2,4 Prozent). Der Honorarumsatz je Behandlungsfall stieg im Durchschnitt um 1,92 Euro auf 65,37 Euro (+3,0 Prozent).

Gassen fordert Entbudgetierung

Gassen wies darauf hin, dass jede zehnte Leistung der mehr als 172.000 ambulant tätigen Ärzte und Psychotherapeuten nach wie vor nicht vergütet werde. „Wenn die Politik will, dass jeder Patient zeitnah einen Termin beim Arzt bekommt, dann müssen die Krankenkassen zumindest die Grund- und Versichertenpauschalen für jeden Patienten in voller Höhe bezahlen“, forderte er und fügte hinzu: „Die Budgets müssen weg.“

Dem Bericht zufolge registrieren im Jahr 2016 die Vertragsärzte und -psycho­therapeuten in allen 17 Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) leichte Honorar­zuwächse. Zu den KVen mit den größten Zuwächsen gehören Berlin (+4,7 Prozent), Thüringen (+3,8 Prozent), Schleswig-Holstein (+3,6 Prozent) und Sachsen-Anhalt mit einem Plus von 3,5 Prozent.

Die größten Steigerungen beim Honorarumsatz erzielten im fachärztlichen Bereich Fachärzte für Nuklearmedizin (+7,2 Prozent), gefolgt von Fachärzten für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (+5,6 Prozent) und Fachärzten für Neurologie (+5,2 Prozent). Fachärzte für Psychiatrie verbuchten Zuwächse von 4,4 Prozent, Fachärzte für Innere Medizin ohne Schwerpunkt von 4,0 Prozent und Fachärzte für Radiologie von 3,8 Prozent.

Plus auch bei den Psychotherapeuten

Zulegen beim Umsatz konnte auch die Gruppe der Psychotherapeuten: Die ärztlichen Psychotherapeuten kommen auf ein Plus von 6,4 Prozent, die Psychologischen Psychotherapeuten auf ein Plus von 6,2 Prozent.

Dagegen verzeichneten Fachärzte für Innere Medizin mit Schwerpunkt Angiologie (-1,0 Prozent) sowie mit Schwerpunkt Endokrinologie (-0,1 Prozent) Rückgänge beim durchschnittlichen Honorarumsatz je Arzt. © EB/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

19. Mai 2020
München – Die Fallzahlen in Bayerns Praxen sind nach Ausrufung des Katastrophenfalls in Bayern Mitte März deutlich zurückgegangen – je nach Fachgruppe um 25 bis 75 Prozent gegenüber dem
Arztbesuche: Fallzahlen in Bayerns Praxen zurückgegangen
22. April 2020
Düsseldorf − Tausenden Arztpraxen in Nordrhein-Westfalen (NRW) drohen nach Einschätzung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein wegen der Coronakrise Umsatzeinbußen. „Ich gehe davon aus,
Coronakrise führt zu Umsatzeinbußen der Praxen in Nordrhein
21. April 2020
Berlin – Die Honorare für privatärztliche Behandlungen brechen aufgrund der Coronapandemie erheblich ein. Das zeigen erste Auswertungen des Verbandes der Privatärztlichen Verrechnungsstellen (PVS).
Privatärztliche Leistungen: Massive Honorareinbrüche durch Coronapandemie
17. April 2020
Berlin – Elektronische Arztbriefe werden ab dem 1. Juli besser bezahlt. Darauf hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung hingewiesen. Demnach gelten weiterhin die Gebührenordnungspositionen (GOP)
Bessere Vergütung für elektronische Arztbriefe
15. April 2020
Berlin – Das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) hat Teile des Gesamtvergütungsvertrags für die vertragsärztliche Versorgung in Baden-Württemberg beanstandet, den das Schiedsamt für 2020 festgesetzt
Regelungen für Zusatzhonorare in Baden-Württemberg beanstandet
14. April 2020
Berlin – Im zweiten Halbjahr 2017 ist der Gesamthonorarumsatz der Vertragsärzte und -Psychotherapeuten insgesamt gestiegen. Dennoch gab es beim Honorarumsatz Gewinner und Verlierer. Das geht aus dem
Honorarberichte für das zweite Halbjahr 2017 erschienen
17. März 2020
Berlin – Die niedergelassenen Ärzte in Deutschland haben bislang rund 100.000 Tests auf SARS-CoV-2 veranlasst. „Die gemeinsame Selbstverwaltung von Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER