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Medizin

Masernerkrankungen haben sich 2018 in Europa verdreifacht

Freitag, 8. Februar 2019

Masernvirus /dpa

Kopenhagen – Die Zahl der Masernerkrankungen hat sich in der WHO-Region Europa, zu der auch Russland, die zentralasiatischen Republiken, die Türkei und Israel zählen, im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr von 25.863 auf 82.596 mehr als verdreifacht. Die meisten Erkrankungen entfielen auf die Ukraine, wo die Impfquote zuletzt auf 31 % gefallen war.

Masern sind bekanntlich hochansteckend, und einen sicheren Schutz vor einer Epidemie besteht nach Einschätzung von Experten nur, wenn 95 % der Bevölkerung beide Impfungen erhalten haben. Der Ausbruch in der Ukraine war deshalb absehbar. Eine Impfquote von 95 % wurde in 2017 von 34 der 53 Länder der WHO-Europaregion nicht erreicht. Die Impfquote ist allerdings in vielen Ländern gestiegen, was laut WHO dem European Vaccine Action Plan 2015–2020 zu verdanken ist, der von allen 53 Ländern unterstützt wird.

Der gute Wille ist also vorhanden, und erste Fortschritte sind erkennbar. 43 euro­päischen Ländern ist es bis Ende 2017 gelungen, Ausbrüche für mindestens 12 Monate zu verhindern: Bei einer hohen Impfquote konnte auch vermieden werden, dass importierte Erkrankungen Ausbrüche verursachten. In vielen Ländern gibt es aber Regionen, in denen die Impfquote niedrig ist, weil einige Gruppen aus welt­anschaulichen Gründen Impfungen ablehnen oder nicht für notwendig erachten.

Dass Masern eine ernstzunehmende Erkrankung sind, zeigte sich 2018 darin, dass 2 Drittel der Infektionen zu einer Hospitalisierung führten. Insgesamt 72 Menschen sind 2018 an den Masern gestorben.

Etwa 92 % der Masernerkrankungen entfielen 2018 auf 10 Länder. Auf die Ukraine (53.218 Erkrankungen) folgen Serbien (5.076), Israel (2.919), Frankreich (2.913), Italien (2.517), Russland (2.256), Georgien (2.203), Griechenland (2.193), Albanien (1.466) und Rumänien (1.087), wobei die Erkrankungszahlen in Rumänien wegen einer unzuverlässigen Erfassung vermutlich höher sind. In Deutschland gab es laut der WHO-Statistik 2018 532 Erkrankungen (laut Robert-Koch-Institut 543).

Bezogen auf die Bevölkerung gab es die meisten Erkrankungen in der Ukraine (Inzidenz: 1.209 pro 1 Million), gefolgt von Serbien (579/1 Million), Georgien (563/1 Million), Albanien (499/1 Million) und Israel (345/1 Million). In Deutschland beträgt die Inzidenz 6,46/1 pro 1 Million Einwohner.

Nach den vom Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) vorgestellten Zahlen sind in den EU und den assoziierten Ländern (EEA) im letzten Jahr 12.352 Menschen an Masern erkrankt und 34 gestorben, davon 22 in Rumänien, 7 in Italien, 3 in Frankreich und 2 in Griechenland.

Nach den von der ECDC mitgeteilten Zahlen waren 92 % der Erkrankten nicht oder nicht ausreichend geimpft. Von diesen nicht geimpften Erkrankten waren 94 % zu jung für eine Impfung.

© rme/aerzteblatt.de

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