NewsVermischtesForschungsinstitut des Bundes für Kinderernährung eröffnet
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Forschungsinstitut des Bundes für Kinderernährung eröffnet

Freitag, 8. Februar 2019

Das Institut für Kinderernährung ist am Max-Rubner-Institut in Karlsruhe angesiedelt. /dpa

Karlsruhe – Das Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat heute das Institut für Kinderernährung mit einem wissenschaftlichen Symposium in Karlsruhe eröffnet. Aufgabe des neuen Instituts ist es, die Wissensbasis zur Ernährung von Kindern und Jugendlichen zu verbessern und zu erweitern.

„Erstmals werden wir wissenschaftlich erforschen, welche Ernährung Kinder wirklich brauchen. Mit der Arbeit des Institutes schaffen wir einen Leuchtturm für die Forschung in diesem Bereich – in Deutschland und in Europa“, sagte Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU).

Anzeige

Das interdisziplinär arbeitende Institut wird aus einem naturwissenschaftlichen und einem sozialwissenschaftlichen Forschungsbereich bestehen und untersuchen, wie das komplexe Zusammenwirken sozialer, psychologischer und physiologischer Einfluss­faktoren die Ess- und Trinkgewohnheiten von Kindern prägt.

Die Grundlage für ernährungsbedingte Erkrankungen wird bei Kindern nach Überzeugung der Institutsleiterin Regina Ensenauer oftmals schon durch Fehlernährung während der Schwangerschaft gelegt. Das Übergewicht einer werdenden Mutter bereits zu Beginn der Schwangerschaft erhöhe beim Kind das Risiko, selbst später übergewichtig zu werden und eine Folgeerkrankung wie Diabetes Typ 2 zu bekommen, sagte sie.

„Die Einflüsse der Übergewichtigkeit der Mutter gehen auf den Fetus über und können ihn in seiner Entwicklung beeinträchtigen“, erklärte Ensenauer. Ein Grund sei, dass Gene durch Einflüsse von außen gesteuert werden könnten. Die Entwicklung der Organe im Fetus sei eine sehr sensitive Phase.

„Wenn da Einflüsse kommen, die diese Entwicklung stören, dann wird diese nicht mehr so stattfinden, wie eigentlich gedacht“, so die Kinderärztin. Sie verfolge einen lebensphasenspezifischen Ansatz. „Jeder braucht sein eigenes Konzept, auch zur Vorbeugung von ernährungsbedingten Krankheiten“, erklärte Ensenauer. Es sei noch viel Forschungsarbeit nötig, um die passenden Beratungs­konzepte zu finden.

Im Institut für Kinderernährung geht es unter anderem um den Zusammenhang von Ernährung und Gewicht schwangerer Frauen und dem späteren gesundheitlichen Zustand der Kinder. „Wir setzen auf die wissenschaftliche Erforschung von Präventionsmaßnahmen. Diese müssen sich direkt an Kinder und Jugendliche richten“, sagte die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Gitta Connemann.

Institut soll Reduktionsstrategie begleiten

Das neue Institut für Kinderernährung müsse darüber hinaus die Umsetzung der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertignahrungsmitteln wissenschaftlich begleiten. „Zentraler Baustein dieser Strategie ist bis Ende des Jahres 2019 das Verbot gesüßter Säuglings- und Kleinkindertees“, so Connemann.

Das Institut für Kinderernährung ist am Max-Rubner-Institut (MRI) in Karlsruhe angesiedelt. Das MRI ist ein Bundesforschungsinstitut im Geschäftsbereich des BMEL mit dem Forschungsschwerpunkt im gesundheitlichen Verbraucherschutz insbesondere im Ernährungsbereich. © hil/sb/dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

16. April 2019
Hamburg – Das Landgericht Hamburg hat eine einstweilige Verfügung gegen die Kennzeichnung von Iglo-Verpackungen mit dem Kennzeichnungssystem Nutri-Score erlassen. Die Einführung der von Verbrauchern
Lebensmittelkennzeichnung: Landgericht Hamburg stoppt Nutri-Score vorübergehend
12. April 2019
Berlin – Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) will ein eigenes Modell zur vereinfachten Darstellung des Nährwertgehalts in Nahrungsmitteln entwickeln. Wie das Ministerium gestern
Klöckner will Modell zur Nährwertkennzeichnung entwickeln lassen
11. April 2019
Washington – Die Emissionen von Stickstoffdioxid (NO2), die bis zu 80 Prozent im Straßenverkehr entstehen, sind jährlich für etwa vier Millionen Neuerkrankungen am Asthma bronchiale bei Kindern
Straßenverkehr weltweit für Millionen von Asthmaerkrankungen bei Kindern verantwortlich
9. April 2019
Boston – Erhöhter Stress von jungen Müttern kann Spuren im Gehirn der Säuglinge hinterlassen, die in einer Studie in JAMA Pediatrics (2019; doi: 10.1001/jamapediatrics.2019.0492) im
EEG: Mütterlicher Stress toxisch für die Hirnentwicklung des Säuglings
5. April 2019
Bonn – Eine zentrale Anlaufstelle für Kinder mit einer bisher nicht diagnostizierten Erkrankung und ihre Eltern hat das Universitätsklinikum Bonn eingerichtet. Das Zentrum für Seltene Erkrankungen
Neue Anlaufstelle für Kinder mit unklarer Diagnose in Bonn
4. April 2019
Seattle/Washington – Zu viel Zucker, Wurstwaren und Salz, zu wenig Nüsse/Samen, Obst, Gemüse, Milch und Vollkornprodukte. Die Weltbevölkerung ernährt sich laut einer Studie im Lancet (2019; doi:
Ungesunde Ernährung ist weltweit für jeden fünften vorzeitigen Todesfall verantwortlich
2. April 2019
Hamburg – Die Hamburger Gesundheitsbehörde hat einen Leitfaden zum Umgang mit Infektionskrankheiten in Kindertagesstätten vorgelegt. Der Leitfaden solle Fachkräften in Kitas Sicherheit geben und
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER