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Neuer Chef der Universitätsklinik Freiburg mahnt Sorgfalt bei Digitalisierung an

Freitag, 8. Februar 2019

/dpa

Freiburg – Der neue Chef der Universitätsklinik Freiburg, Frederik Wenz, mahnt im Blick auf die Digitalisierung im Gesundheitsbereich zu äußerster Sorgfalt. „Datenschutz und Datensicherheit haben Vorrang vor Geschwindigkeit. Wir dürfen uns bei den höchst sensiblen Gesundheitsdaten keine Pannen erlauben, das würden uns die Patienten – zu Recht – nie verzeihen“, sagte Wenz gestern in Freiburg.

Der Ärztliche Direktor des Uniklinikums zeigte sich überzeugt, dass im Krankenhaus oder im Zusammenspiel mit niedergelassenen Ärzten und Krankenkassen sichere Möglichkeiten für Datenspeicherung und -austausch etabliert werden können. „So wie es auch beim Onlinebanking gelungen ist.“ Entscheidend sei, dass jeder Patient selbst entscheide, wie und wozu seine Daten verwendet werden.

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Für Wenz bietet die Digitalisierung auch das Potenzial für bessere Behandlungserfolge. Er verwies auf Studien, wonach sich bei Tumorpatienten Heilungschancen verbesserten, wenn diese nach der ersten Therapie per App täglich ihr subjektives Befinden dokumentierten. „Statt die Betroffenen dann in Standardintervallen zur Nachuntersuchung einzubestellen, können wir schneller individuell reagieren“, sagte er.

Wenz ist Strahlentherapeut und Tumorspezialist und übernahm vor wenigen Wochen die Leitung des Universitätsklinikums mit mehr als 10.000 Beschäftigten. Aussagen von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU), der von der Hoffnung sprach, in wenigen Jahren den Krebs zu besiegen, sieht Wenz kritisch. „Einerseits ist es gut, wenn der Minister pointiert darauf hinweist, dass die Medizin bei einigen Krebsarten enorme Fortschritte macht“, so der Uniklinik-Chef. Das Schwarz-Weiß-Versprechen, bald jeden Krebspatienten heilen zu können, sei aber gefährlich und mache Betroffenen falsche Hoffnungen.

Die Vorwürfe einer deutschen Zwei-Klassen-Medizin für gesetzlich und privat Versicherte wies Wenz zurück. „Wenn es wirklich brennt, erhält jeder Patient in Deutschland alle möglichen und nötigen Therapien, egal wie er versichert ist.“ Hier unterscheide sich Deutschland von anderen Ländern. „Versuchen Sie einmal in den USA ohne Kran­ken­ver­siche­rung oder Kreditkarte eine Behandlung zu bekommen“, so Wenz, der mehrere Jahre in den USA forschte und arbeitete. © kna/aerzteblatt.de

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