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Politik

Pflegeheime: Offene Stellen und kein Geld für mehr Personal

Montag, 11. Februar 2019

/dpa

Frankfurt am Main/Kassel – Angesichts des Personalmangels in der Pflege haben nach einer Branchenumfrage weit mehr als die Hälfte der Einrichtungen offene Stellen. 60 Prozent haben demnach unbesetzte Stellen für Fachkräfte, im Mittel sind bei ihnen sechs Jobs frei, wie eine von der Evangelischen Bank in Auftrag gegebene Erhebung zeigt.

In den vergangenen drei Monaten musste demnach gut jede fünfte Pflegeeinrichtung wegen des Fachkräftemangels einen temporären Belegungsstopp verordnen. Für die Untersuchung wurden rund 300 Geschäftsführer und Verwaltungsleiter befragt, die zusammen mindestens 1.250 der bundesweit rund 15.000 stationären Heime vertreten.

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Mit höherer Bezahlung versuchen der Befragung zufolge 46 Prozent der Heime, Personal zu gewinnen. Dafür fehlt es vielen an ausreichend Finanzmitteln, wie das Vorstandsmitglied der auftraggebenden Bank, Christian Ferchland, erklärte. Für das Erreichen der Gewinnschwelle sei im Mittel eine Auslastung von 94 Prozent nötig. Dem Fachkräftemangel könnten Einrichtungen nur sehr bedingt mit höheren Gehältern entgegenwirken. Hier seien politische Entscheidungen gefragt, so Ferchland.

Bei Engpässen greifen den Umfrageergebnissen zufolge knapp 40 Prozent der Betreiber auf Leiharbeiter zurück – wenn auch in Einzelfällen. Pflegekräfte aus dem Ausland gehören demnach in mehr als 70 Prozent der Heime fest zur Belegschaft, vor allem aus Osteuropa.

Tausende Stellen unbesetzt

Deutschlandweit sind 38.000 Stellen in der Alten- und Krankenpflege unbesetzt. Die Bundesregierung will die Aus- und Weiterbildung in der Branche ankurbeln. Bis 2023 soll die Zahl der Azubis und ausbildenden Einrichtungen im Bundesschnitt um zehn Prozent im Vergleich zu 2019 zulegen.

Berlin macht ferner Druck auf Altenpflegeanbieter, um zu mehr Tarifbindung zu kommen. Die Branche mit gemeinnützigen, kirchlichen, öffentlichen und privaten Trägern ist zerstückelt. In der Altenpflege arbeiten laut Bundesarbeitsminister Hubertus Heil nur 22 Prozent der Beschäftigten in Firmen mit Tarifverträgen, die meist höhere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen sichern.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz warf der Bundesregierung aber vor, die Finanzierung solcher durchaus richtigen Verbesserungen offenzulassen. „Wer das zahlen soll, sagt Berlin nicht. Denn von einer Anpassung der Leistungen aus Pflegeversicherung ist nicht die Rede“, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch. Schon heute hätten viele Pflegebedürftige kein Geld mehr, die steigenden Ausgaben zu bezahlen. Schließlich werden alle Kostensteigerungen direkt an die Betroffenen weitergereicht.

Für die Grünen-Sprecherin für Pflegepolitik, Kordula Schulz-Asche, zeigt die Umfrage, dass der Pflegenotstand immer offensichtlicher wird. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn habe „viel Theater gemacht“. In der Praxis der Pflegenden und Gepflegten komme aber nichts an, sagte sie. Während die Zahl der Pflegebedürftigen weiter wachse, stiegen immer mehr Pflegefachkräfte selbst aus Altergründen oder wegen Überlastung aus.

Grüne fordern Aufwertung der Langzeitpflege

„Immer mehr Angehörige sind gezwungen, sich selbst ohne professionelle Hilfe um ihre alten Eltern oder kranken Kinder zu kümmern. Wenn wir diesen Trend nicht endlich stoppen, wird aus dem Pflegenotstand die Pflegekatastrophe. Wir müssen die Langzeitpflege endlich aufwerten“, sagte sie. Klar sei auch, dass gute Pflege mehr Geld koste. Damit dürfe man Pflegebedürftige und deren Familien nicht alleine lassen. „Wir brauchen daher eine Reform der Versicherung, die wie die Grüne Pflege-Bürger­versicherung, die Lasten gerecht auf allen Schultern der Versicherten verteilt“, sagte sie. © dpa/may/aerzteblatt.de

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Avatar #754890
Pjler1337
am Montag, 11. Februar 2019, 21:39

Sinn und Zweck schleierhaft

Warum muss man überhaupt ein Bonusheft führen?
Bei jedem Zahnarztbesuch zeigt man i.d.R. seine Versichertenkarte und der Zahnarzt rechnet mit DER Kasse eben diese Leistung ab. Warum muss man eigentlich dann wiederum DIESER Kasse nachweisen, dass man jährlich beim Zahnarzt war. Die Dokumentation fand ja schließlich schon mit der Abrechnung statt...o0
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