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Beratungsangebote gegen Prüfungsangst an Universitäten stark gefragt

Montag, 11. Februar 2019

/dpa

München – Studierende in Bayern scheinen häufig unter Prüfungsangst zu leiden. Entsprechende Beratungsangebote werden an den Universitäten stark nachgefragt. Die Universitäten in Augsburg, Bayreuth, Regensburg und München gaben auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur an, dass sich psychologische Beratungen wegen leistungsbezogener Ängste großer Beliebtheit erfreuen.

An der Uni Bayreuth lag die Zahl derer, die eine Beratung wegen Prüfungsangst aufsuchten, im Jahr 2017 bei sieben Prozent. Auch die Uni Regensburg teilte mit, dass entsprechende Angebote begehrt seien. Einen zunehmenden Trend gebe es aber nicht. Tendenziell seien am ehesten Jura-, Medizin- oder Pharmaziestudenten betroffen, sagte Diplompsychologe Hubert Hofmann. In diesen Studiengängen herrschten besonders hohe Leistungs­anforderungen. In Augsburg ist die Zahl der Beratungsanfragen zum Thema Prüfungsangst gleich geblieben.

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„Gestiegen sind jedoch Probleme im Zusammenhang mit dem an sich selbst gestellten Leistungsanspruch und dem tatsächlichen oder befürchteten Versagen“, sagte Thomas Blum von der Psychologischen Beratung des Studentenwerk Augsburg.

Die psychotherapeutische Beratungsstelle des Studentenwerks München hatte 2018 im Vergleich zum Vorjahr 20 Prozent mehr Anmeldungen zu Erstgesprächen. Diese Tendenz besteht laut der Uni seit mehreren Jahren und lässt sich auf die zunehmende Zahl der Studenten, aber auch auf eine Steigerung des Bedarfs zurückführen.

Ein Grund sei die steigende Leistungsorientierung im Studium. Wie viele Studierende allein wegen Prüfungsängsten die Beratung aufsuchten, wurde nicht genannt. 40 Prozent kämen zumindest vordergründig wegen studienbezogener Probleme. Allerdings würden sich die Themen auch im Hinblick auf die persönliche Lebenssituation der Studenten häufig vermischen.

Prüfungsangst kann sich individuell sehr unterschiedlich äußern. Häufige Symptome sind jedoch nach Angaben der Universitäten Erschöpfung, Schlafstörungen, Vermeidungs­verhalten und Angstzustände.

Gegen die Prüfungsängste ihrer Studenten bieten die Unis vor allem Einzelgespräche an. An der Uni Regensburg gibt es zudem Lernworkshops und Entspannungskurse. Es wurden zehn Universitäten in Bayern angefragt. Die Uni Würzburg wollte keine Angaben zu diesem Thema machen.

Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) bedauert den an manchen Hochschulen festgestellten Trend, wie er sagte. Er empfiehlt den Studierenden, bei Bedarf nicht zu zögern und die angebotenen Beratungs- und Coachingangebote der Hochschulen in Anspruch zu nehmen. © dpa/aerzteblatt.de

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